Eva-Maria Werner

RoC-Botschaft Hamburg

Nichts gegen Frankfurt, da bin ich geboren, da kenne ich meine Schleichwege. Und was es dort Neues in GUT gibt, erfahre ich ja immer an dieser Stelle. In Hamburg geht das nicht so einfach. Mit Empfehlungen hält sich der Einheimische eher zurück. Wer weiß, ob’s passt. So was wie die Frankfurter Apfelweinkultur, wo von und zu mit Heti und Pleti auf einer Bank zusammensitzen, gibt es hier selten. Beim Fußball vielleicht, wahrscheinlich bei St. Pauli. Doch auch da trifft sich wieder eine Spezies, die sich von den Fans des HSV deutlich sichtbar unterscheidet. Nicht nur durch die Trikots und Fanartikel. Es ist eine andere Weltanschauung, die man auch gern zur Schau stellt. Tja, für mich als Frau der facettenreichen Zielgruppenansprache irgendwie ein gefundenes Fressen.

Essen kann man hier übrigens mittlerweile auch sehr GUT. Erstens in Restaurants, die schon 20, 30 oder mehr Jahre existieren und nichts von ihrem Reiz verloren haben wie die Brücke, Schlachterbörse, das Rexrodt, Rive, Nil, Cox, Vienna, Rialto oder der Marinehof. Dort ist Hamburg immer zum Verlieben. Neben all den neuen Läden, die ich mir schon aus Neugier auf moderne Raumgestaltung anschaue, geben mir die GUTEN alten Adressen das Gefühl, hier Zuhause zu sein. Seit 1993 bin ich das nun ja auch mal langsam. Mein Schreibtisch steht gefühlte 10 Schritte von der Außenalster entfernt. GUT, um sich zwischendurch mal an der Alsterperle in der Sonne aufzuwärmen. So kalt, wie der Süddeutsche denkt, ist es in Hamburg nämlich gar nicht.

Essen GUT, alles GUT. Erstens, siehe oben. Und dann: