Stefanie Scheit – Gastronomin aus Leidenschaft

Leben heißt Veränderung. Im Herbst 1998 konnte ich am Potsdamer Platz noch in tiefe Baugruben starren und in der roten Info-Box am Leipziger Platz eine Ahnung davon bekommen, wie das irgendwann mal aussehen wird. Das ist heute gelebte Realität. Die Kräne, zu Weihnachten damals bunt beleuchtet, wurden erst weniger, heute wieder mehr, neue Stadtquartiere entstehen. Ich erinnere auch, dass es gar nicht so einfach war, ein gutes Hotel in der Nachbarschaft zu finden. Heute unvorstellbar. Erst hatten die neuen Stadtteile im Ostteil eine unglaubliche Anziehungskraft, der westliche Teil der Innenstadt drohte zu verlieren. Das ändert sich gerade, der Ku´damm weist schon lange keinen Leerstand mehr auf, die Potsdamer Straße wird salonfähig, jetzt verschwinden die Bretterbuden rund um die Gedächtniskirche. Das Tempo der Veränderungen in Berlin ist mitunter schwindelerregend – gut, dass es verlässliche Adressen und Rückzugsorte gibt,  in der Stadt und dem Umland Gutes und Beständiges zu finden ist und Qualität sich immer durchsetzt. Was kommt als nächstes?

„Lust auf Gut", sprich ein grundsätzliches Qualitätsbewußtsein und der daraus resultierende Anspruch ist mir vermutlich bereits in die südbadische Wiege gelegt worden. Dazu gleich noch ein Selbstverständnis fürs gute Essen - immer frisch, gerne selbstgemacht, handwerklich gut. Qualität entsteht aus Liebe zum Detail, Mittelmaß und Massenware sind überflüssig, vergeudete Zeit. Lieber Original als billige Kopie, lieber reparieren als wegwerfen, weil weniger ehrlich mehr ist und aus gut immer besser wird.