30 Jahre Galerie Pro Arte

Was für eine großartige und reife Leistung, nach der Gründung der Galerie im April 1984 Höhen und Tiefen in dem so anfälligen Kunsthandel ohne Absturz gemeistert zu haben und in der Manege des Kunstzirkus mit andauerndem Erfolg aufzutreten.

Einer wunderschönen jungen Frau kann kein Mann –kein richtiger Mann- einen Wunsch ausschlagen.  So erging es Werner. Sie hieß Annett und wurde seine Quelle der Inspiration, seine Muse, seine Ikone und sein Modell in den vergnügten und verspielten Zeiten der Pop-Art, die alle Konventionen von Malerei sprengte .

Das war der Anfang, also eine Begegnung und ein Zusammenspiel von Glück und Talent. In der fruchtbaren Folge dieses Anfangs stand ein Entschluß. Die Entschließung, selbst zu fliegen, den Flug –keineswegs  die Flucht- durch Zeit und Raum des Kunstuniversums anzutreten und die Kunst zum eigenen Lebensinhalt zu machen und ein Fenster zur Kunst zu öffnen. Der vielversprechende Name für dieses riskante und mutige Unterfangen hieß Galerie Pro Arte, die klein begann und auch nach 30 Jahren klein und fein geblieben ist.

Anspruch und Profil mit dem Schwerpunkt gegenständlich arbeitender Künstler und Klassiker der Moderne spiegeln sich in Stiltreue und persönlicher Verbundenheit zu den gezeigten Künstlern –weit entfernt davon, nur Trends nachzubilden und  ein schneller Umschlag für leichtes Geld zum Erwerb von vervielfältigter Ware zur selbstgefälligen Bedienung von Kunstkonsumenten zu sein. Nur der Kenner von Kunstgeschmack und der kenntnisreiche Kunstliebhaber finden in diese Ausstellungsräume und werden reich beschenkt.  Annett hat den Maßstab an sich selbst und an das Galerieprofil sehr schön zum Ausdruck gebracht, als sie sagte, daß es „für uns keine Ausstellungen mit dem Ohr an der Schiene“ gibt und daß „die Qualität einer Galerie nicht am Bekanntheitsgrad des Künstlers“ erkannt werde. Die Kontinuität in der Begleitung der Künstler und die Einhaltung der eigenen strengen Maßstäbe sind Programm: „Auch wenn die Zeiten schwieriger werden, darf man nicht von seinem Konzept abweichen“.

Der Blick durch das Fenster der Kunst hat literarischen und poetischen Wiederhall gefunden in den Überschriften, mit denen die Ausstellungen in der Presse gewürdigt wurden wie „Die Farbe der Frauen“, „Der alte Mann tanzt“, „Leiden und Leichtigkeit“, „Der Weg des Mönchs“, „Kosmos auf kleinstem Raum“, „Verdacht auf Abschied“, „Der Stuhl auf der Spitze einer Pyramide“, „Wörter wie Wölkchen“, „Die Macht des Minimums“, „Zwei Körper die sich treffen“, „Verletzlichkeit und Hoffnung“, „Einsamkeit vorm Horizont“, „Leichtigkeit und Lebensfreude“, „Der ornamentale Leichtsinn“, „Befreit vom Zwang der Zwecke“, „Vom leisen Wuchern der Dinge“, bis zum etwas drastischeren „Schweine und arme Schweine“. Damit wird das Programm zur Poesie. Von dieser Vielfalt und Qualität zeugt auch die hier gezeigte Jubiläumsschau „Blick auch mal zurück“ mit einer hochkarätigen Retrospektive, deren Güte für sich selbst spricht.

Das ist nach 30 Jahren eine Erfolgsgeschichte. Die Vergangenheit ist heute gelebte Gegenwart.  In der Vielfalt des Angebots bleibt immer die durchgezogene Linie eines klaren Kunstverständnisses von hohem Niveau sichtbar. Das breite Spektrum von Künstlernamen und die immer wieder ausgestellte Qualität von Exponaten der obersten Stufe haben ein Renommee begründet, das zur Fortsetzung verpflichtet.

Auf Vergangenheit und Gegenwart baut die Zukunft auf, und die heißt Amala. Wenn Kunst etwas mit Leiden zu tun haben sollte, weiß sie was ich meine. Nichts bringt mehr Erfüllung als die Überwindung, die Unglück vergessen macht und zu neuem Glück führt. Die Wurzeln sind gelegt und wir dürfen sagen, Passanten und Zeugen gewesen zu sein, nicht nur Kunden, sondern Freunde im Leben.

Galerie pro arte - 30 Jahre klein aber pro wird empfohlen von:

  • Claus Eichmann –  Prof. em. Dr. med. Dr. h.c.
  • Annette Theobald –  Orthoptistin