Andres Pardey

Kunsthistoriker

In der Kunst ist „gut“ der kleine Bruder der Qualität. Beides ungeklärte, unklärbare Begriffe, die dann mit „Original“, „originell“, mit „Excellenz“ (sic!) und „Einzigartigkeit“ verschwurbelt werden. So „richtig gut“ ist es dann aber, wenn alles passt, die Kunst, das Konzert und die Atmosphäre, der Rahmen, die Leute. Dass das wiederum höchst verschiedenes und individuelles Erleben sein kann, und dass diese „Richtig-Gut-Momente“ richtig selten sind, weil man ja auch selbst in der „richtigen“ Stimmung sein muss, das macht sie so wertvoll. Und einzigartig. Und vielleicht sind das dann die Qualitäts-Momente, auf die man Lust hat, wenn es gut sein soll.

Als Basler seit Geburt, der auch fast immer in der Stadt (und immer mindestens in der Nähe) gewohnt hat, ist man versucht, seine Umgebung entweder überkritisch oder fast gleichgültig wahr zu nehmen. Da helfen Abwesenheiten, nach deren Rückkehr man mit den Augen eines Fremden (oder wenigstens eines nicht nur Eingeborenen) durch das Vertraute geht und merkt, dass da Sachen entstanden sind, die man gar noch nicht kennt. Oder dass es Dinge gibt, die schon immer da waren und die man aus lauter Gewohnheit aus den Augen verloren hat.

Meine Empfehlungen

  • Fondation BeyelerDer Supertanker der Blockbuster. Jedes Jahr spektakuläre Großausstellungen in einem faszinierenden Bau von Renzo Piano.
  • Iseli Optik Zuverlässigkeit und ein gutes Auge für die Beratung. Und Zeit. Das sind die wichtigen Sachen beim Brillenkauf.
  • Kulturbeiz 113Ganz anders, spontan, simpel, gerade, unkompliziert, gutes Essen und dann und wann ein frühabendliches Rockkonzert – und alles auf gefühlten 50 Quadratmetern zuoberst im Turm einer ehemaligen Brauerei.
  • Kunstmuseum Basel Ein durchaus kontrovers diskutierter Neubau erweitert seit letztem Jahr das Museum, das eine fantastische Sammlung von Holbein bis heute hat.
  • Manor, die Fischtheke Wenn’s im Binnenland Fisch sein soll, dann führt meiner Meinung nach kein Weg an der Fischtheke in der Manor im Kleinbasel vorbei, wo man gut und fachkundig beraten wird und auch mal ein neues Rezept zum Fisch bekommt.
  • MoccarabaDer Kaffeeröster meines Vertrauens. Im Kleinbasel gelegen, ein kleines Geschäft, in dem der Kaffee seit Jahren (Jahrzehnten) geröstet wird, nicht hip, sondern gut.
  • Museum TinguelyHier arbeite ich und bin stolz, Teil dieses Museums zu sein, das immer wieder neue und andere Blicke auf Kunst erfindet.
  • Pharmazie-Historisches MuseumEin Kleinod, das wie die anderen etwa dreißig Museen Basels auf hohem Niveau und mit höchst eigenem Charme seine Geschichte(n) erzählt.
  • Restaurant Boo Es gibt Thai-Lokale, die richtig teuer sind. Es gibt auch ganz billige. Oft ist beides gut. Sehr gut, freundlich und preislich in der Mitte ist Boo, der sehr häufig einfach „passt“.
  • Restaurant Safran-ZunftMit neuem Pächter und einem sowohl optischen wie auch kulinarischen Facelift startet das traditionelle Zunfthaus durch – im Sommer auch mit der Erweiterung im Rheinbadehaus Breite, Le Rhin Bleu.