Ashwien Sankholkar

Buchautor und Chefreporter, Dossier

Sauber, sicher, sinnlich. Das ist Wien. Für mich. Beruflich bin ich viel im Ausland unterwegs, privat auch. Solche Abwesenheiten schärfen den Sinn für die Vielfalt, die Wien zu bieten hat. Nach jeder Rückkehr weiß ich diese Stadt noch mehr zu lieben: Sauberes Wasser und klare Luft, grüne Parks und bunte Märkte, spektakuläres Theater und coole Kunst. Am liebsten bin ich aber im Kaffeehaus. Das ideale Ökosystem für Kunstsinnige, Schriftsteller und Intellektuelle. Als Journalist schätze ich die Melange aus Anonymität und Diskretion im öffentlichen Raum: Bei duftendem Apfelstrudel geheime Infos auszutauschen. Herrlich! Dass der Herr Ober den Verlängerten mit ostentativer Unfreundlichkeit serviert, gehört zur Kaffeehauskultur. Ich mag auch das Granteln, Raunzen oder Sudern. Diese flüchtigen Unmutsäußerungen, die am Ende oft mit einem „Eh’ Wurscht“ versöhnlich aufgelöst werden. Buddhismus auf wienerisch. Einfach gut.

Meine Empfehlungen

  • AkademietheaterBühnenstücke von höchster Güte. Schauspieler hautnah erleben: In der Kantine vor/nach dem Auftritt und auf der Bühne vom Balkon in der ersten Reihe.
  • Alte DonauWien liegt an der Donau – und das ist ein Glück. Wer Sehnsucht nach Wasser hat, der fährt mit der U1 zur Station Alte Donau – und hat die Qual der Wahl: Schwimmen (im Bundesbad) oder Segeln, Surfen, Rudern (im Privatverleih) oder Chillen in einem der Strandlokale.
  • Ayres de TangoDas kleine Tanzstudio in der Argentinierstraße bietet das volle Bewegungsprogramm, von Ballett über Salsa bis zu Tango Argentino. Empfehlenswert sind die Workshops mit der temperamentvollen Inhaberin Rocio Murguia, vor allem die Zumba-Klassen. Kurzfristige Teilnahme möglich.
  • Heuriger SirbuAusgedehnte Spaziergänge durch Wiener Weinberge und danach weißer G’spritzter oder roter Traubensaft. Gute Stimmung, keine Touristen und toller Ausblick über Wien.
  • Hotel DanielDer Sonntagsbrunch ist eine Sensation. Stimmung und gutes Essen, Prosecco, frischer O-Saft inklusive. Am besten nach einem Ausstellungsbesuch im barocken Schloß Belvedere oder nach einem ausgiebigen Spaziergang im Botanischen Garten.
  • Prater HauptalleeFlanieren auf der Prater Hauptallee. Am Ende des Spaziergangs wartet eine Melange oder ein Seiderl Bier im traditionsreichen Lusthaus. Wer nicht gehen will, kann jederzeit abbiegen und auf der Jesuitenwiese chillen oder Achterbahn fahren im Würschtl-Prater.
  • RadioCafeDas Restaurant im traditionsreichen ORF-Funkhaus, wo Oe1 die beste Information des Landes produziert. Untertags warten Autoren, Schauspieler und Intellektuelle auf ihren Live-Auftritt und am Abend entspannen sich die besten Radiojournalisten beim Roten Zwickl.
  • Sektcomptoir SzigetiEin Fixpunkt für jeden Schaumwein-Liebhaber. Szigeti Sekt wird nach der Champagner-Methode hergestellt. Im Comptoir in der Schleifmühlgasse wird der burgenländische Edelsprudel zelebriert. Empfehlung: Snacks vom nahegelegenen Naschmarkt mitnehmen.
  • Taste of IndiaWer eine kulinarische Pause von Schnitzel und Schweinsbraten sucht, der sollte unbedingt das Butter Chicken (köstlich!) oder das Paneer Makhni (vegetarisch) probieren. Der Laufkundschaft wird Stammgast-Feeling vermittelt, wenn der Kellner abschließend fragt: „Mango Schnaps oder Lassi? Natürlich aufs Haus!
  • UraniaNicht nur Cineasten zieht es in den wohl plüschigsten Kinosaal Österreichs. Abendlicher Filmgenuss unbedingt erste Reihe fußfrei. Ein Sundowner im Urania Café mit Blick auf Donaukanal und Riesenrad rundet den Filmabend perfekt ab.