Christoph Bosshardt

Vizedirektor Basel Tourismus, Leiter Marketing & Verkauf

Wir sagen gerne, Basel sei ein Dorf. Man lernt jemanden kennen und stellt bald fest, dass man mindestens einen gemeinsamen Bekannten hat. Ständig läuft man sich über den Weg. Im Stadion, beim Einkaufen, am Rhein und an der Fasnacht sowieso. Wie auf dem Dorf eben. Auch die Politik ist oft provinziell, man ist zufrieden wie es ist und möchte am liebsten alles bewahren. Neuem stehen die Menschen in Basel zuerst einmal kritisch gegenüber, und sie können sich über noch so unbedeutende Geschehnisse fürchterlich aufregen.

Und trotzdem ist Basel kein gewöhnliches Dorf. Zwei der grössten Pharmakonzerne der Welt haben hier ihren Hauptsitz und beschäftigen unzählige Expats aus aller Herren Länder. Während der grossen Messen fühlt es sich an wie New York. Auf dem Dorfplatz wird viel Englisch gesprochen. Unsere Museen brauchen den Vergleich mit den Metropolen dieser Welt nicht zu scheuen. Vom renommierten Theater bis hin zum international angesagten Technoclub bietet Basel für jeden Geschmack etwas. Und im Sommer wähnt man sich auf der Klybeckinsel eher im hippen Berlin oder London, denn in einer Stadt mit nicht einmal zweihunderttausend Einwohnern.

Vermutlich ist es diese eigenartige Mischung aus Provinzialität und Weltoffenheit, aus Klein und Gross, aus Tradition und Moderne, aus demonstrativer Bescheidenheit und herausragender Lebensqualität, aus Heimatschutz und Streetart, die unser Dorf so einzigartig und lebenswert macht. Die Baslerinnen und Basler wissen um diese Widersprüche und kultivieren sie mit einem gewissen Stolz. Ihr Humor ist denn auch von feinem Sarkasmus und Selbstironie geprägt. Es gibt viele interessante Orte auf dieser Welt, und ich bereise sie gerne. Trotzdem möchte ich nirgendwo anders leben als in meinem Dorf.

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