Daniel Brettschneider

Kinomacher, Filmkurator, Texter

Ich lebe und arbeite in Offenbach am Main. Für mich ist auch nichts anderes so wirklich vorstellbar. Natürlich hat es Vor- und Nachteile seine Heimat nie zu verlassen, für mich überwiegen noch immer eindeutig die Vorteile: gewachsene Freundschaften, langjährige, tolle Arbeitsbündnisse, ein Team, Familie, Vertrauen, Stabilität. Nicht zuletzt habe ich es Offenbach auch zu verdanken, dass ich genau das machen kann, was ich liebe – und davon leben kann.

Die Möglichkeit, das Hafenkino zu gründen, war der Einstieg ins Kinomachen: Filme auswählen, Abläufe organisieren, texten, kuratieren, später dann auch über Speisen und Menüfolgen diskutieren. Seitdem lässt mich die Begeisterung für Kinoabende und für das Texten nicht mehr los. Filme (und Essen) waren eigentlich schon immer meine Leidenschaft gewesen (höre ich öfter). Umso schöner, sie in meiner Heimatstadt ausleben und zelebrieren zu dürfen.

Als ich zum Studium mal kurz in Berlin war, schien es mir unlogisch, dass dort alle ihre Träume an diesem Sehnsuchtsort verwirklichen wollten und dadurch „ihre“ eigentlichen Städte keine Kinos, Galerien, Kneipen, Bars, Cafés und Clubs mehr hatten. Als ich wieder zurückkam, war das die Initialzündung. Hier und jetzt was machen – da, wo ich herkomme. Egal, ob mit Hype oder ohne, ob mit Kohle oder ohne:

Offenbach bleibt hart. Gott sei Dank!

Meine Empfehlungen

  • Am LokalbahnhofOffenbach – Donnerstag am frühen Abend gibt es von Achim hausgemachte Buletten nach Berliner Rezeptur. Klingt erstmal wenig spektakulär. Ist aber eine Offenbarung! Ich würde hierfür von überall anreisen ...
  • Apfelwein KleinOffenbach – Äppler, Schnitzel, Grüne Soße, Garten, Kegelbahn. Man wird halt nicht jünger ...
  • BackschaftOffenbach – Marco und das gesamte Team machen den Kahn zum Wohlfühlort. Gutes Essen, gute Getränke, beste Plattenauswahl, kitschigster Sonnenuntergang, ganz viel Passion und Herzlichkeit, überall Main!
  • ChamäleonOffenbach – Lieblingskneipe, Nähe Hauptbahnhof. Mein Broken Dreams Club. Fußball, Cachaça und Currywurst bei Volker. In genau der Ecke, wo ich aufgewachsen bin.
  • DreieichparkOffenbach – Beim OTC in den Wald und über die Oberräder Felder zurück. Easy like sunday morning.
  • JannisFrankfurt – Zweite Familie. Gute Freunde. Bester Gyros. Mein Wohnzimmer und Lieblingsladen. Und die beiden Söhne machen seit Jahren exzellentes Catering für Kino Kulinarisch.
  • Jasper’sFrankfurt – Angenehm unprätentiös, im besten Sinne bodenständig und einfach immer lecker. Foie gras, Brioche und Hummer-Ravioli sind meine persönlichen Klassiker, die alle Zeiten überdauern.
  • KonstantinidisOffenbach – Gut, klar. Der Grieche am Markt halt. Eine Erwähnung beinahe so originell wie die des Wochenmarkts. Aber warum nicht doch noch zum hundertsten Mal beschreiben, dass Schinken, Wurst, Fisch, Krustentiere von hier einfach am Besten sind!? ... Und wie fein sie noch immer die Mortadella schneiden!
  • La PinetaOffenbach – Mamma Mathilde und die beste Holzofenpizza der Stadt. Und hinten im Garten wieder WM schauen ... Diesmal ja leider ohne Italien. Hach!
  • LADEN artefakt OffenbachOffenbach – Räder, Gespräche, Tipps, Projekte, Ideen, alles – Anja und Blümmel sind für Offenbach essentiell. So auch für mich.
  • MainuferFrankfurt – Ja, kann man nix machen. Ist eben schön. Und nach langem Weg wird stets im Orange Beach Hunger und Durst gestillt!
  • Mal Seh’n KinoFrankfurt – Rückzugs- und Sehnsuchtsort im Nordend. Gemütlich, intim, mit weitestgehend hervorragend kuratiertem Filmprogramm. Ein Ausnahme-Kino in Frankfurt! Leider.
  • Old FritzFrankfurt – Lieblingsbar in Frankfurt. Weil bester Barmann. Extrem entspannt, kein Schnickschnack – tolle Drinks! Rauchen überall, Erdnüsse nur auf Anfrage.
  • OvelosOffenbach – In all den Jahren habe ich keinen leidenschaftlicheren Grillmeister erlebt. Weltweit! Enthusiasmus am Spieß, Mythos (auf) der Straße! Und freitags/samstags wird irgendein extrem saftiges, unglaublich zartes, herrlich gewürztes Fleisch geschmort ...
  • Pasticceria SanremoOffenbach – Fast täglich am Morgen: Espresso und Panzerotti. Meistens je zwei.
  • Trattodino in der WeinstubeOffenbach – Wenn man in Offenbach richtig gute Pasta, Schmorgerichte oder Fische essen will. Was zugegeben ziemlich oft vorkommt ...
  • VAIVAIFrankfurt – Manchmal weiß man ja auch gar nicht so genau, warum man einen Ort so mag. Jedenfalls in diesem Fall nicht ursächlich wegen seiner Steaks, der Drinks, der Musik oder des Publikums. Alles irgendwie fast zu sehr Frankfurt. Aber ... ich muss gestehen, dass die Atmosphäre, die Räume und das Durcheinander schon ein manchmal sehr angenehm großstädtisches Flair erzeugen. Hat was! Wir haben in der Region nun mal keinen Grill Royal und keine A-Promis. Und das ist vielleicht ja auch gut so. Das VAIVAI-Konzept funktioniert einfach und garantierte mir zur eigenen Verwunderung schon sehr viele schöne Abende.
  • Waggon am KulturgleisOffenbach – Seitdem ich vor etwa zwei Jahren die Laudatio auf den verdientesten Kulturpreisträger der Stadt Offenbach ganz leicht versemmelt habe, möchte ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit einmal mehr auf diesen einmaligen Ort hinweisen. Subkultur, wie man sie zum Leben braucht. Danke, dass es Euch gibt!
  • Zur StalburgFrankfurt – Rippchen, Kraut, Püree. Und zum Nachtisch eine Frikadelle. So viele Biere im Raucherraum. So viele Erinnerungen!