Dr. med. dent. Raimond Gann

Zahnarzt

Stuttgart, Großstadt zwischen Baustellen, Wald und Reben. Oben und unten, Feinstaub und Höhenluft, Weinberge und Stuttgart-21-Löcher – so schön und ruppig wie das Leben. Ich fühle mich wirklich an ganz verschiedenen Orten wohl, aber am liebsten komme ich heim nach Stuggi. Wenn jetzt noch in der Lokalpolitik losgelegt wird, die Stadt am Fluss kommt, die B 27 an der Kulturmeile überdeckelt, die Oper saniert wird und der VFB dauerhaft so spielt wie zur Zeit – dann wird’s richtig fancy!

Meine Empfehlungen

  • BikesnBoardsDie Menschen sammeln ja die unterschiedlichsten Dinge, von der Kuckucksuhr bis zum Stofftier. Ich finde, man kann nicht genug Fahrräder haben. Und Meister Frank Sontag hat alles, was das Bikerherz begehrt: vom High End Fully über Zeitfahrräder, die niemand sonst hat, edle Rennräder, Gravelbikes, Klamotte, und und und. Top Marken, Superservice, direkt an der Fahrradstraße gelegen, einfach gut.
  • BubenbadEin eher unterschätzter, aber sehr charmanter Stuttgarter Halbhöhenplatz. In der Nähe der Villa Reizenstein, so dass man dort gelegentlich auf den Landesvater trifft. Kaffe to go, ne Butterbrezel und einen sehr schönen Blick auf Stuttgart, das sind die Zutaten für ein gehaltvolles Päuschen. Nur zur Mittagszeit, wenn die Schulkinder einfallen, mitunter etwas voll.
  • Corso Cinema InternationalKino ist toll, hoffentlich auch noch, wenn der Coronavirus-Spuk irgendwann vorbei ist. Corso ist besonders toll, sehr speziell: in Vaihingen, nicht gerade zentral und fußläufig erreichbar. Aber dafür Filme in Originalfassung, Popcorn gesalzen, irgendwie sehr kultig. Sowas kann man getrost als cineastisches Kleinod bezeichnen.
  • La nuova Trattoria da FrancoMein Lieblingsitaliener. Alles, aber nicht nouva, im Gegenteil: der schwäbische Neapolitaner Franco hat den Laden gefühlt schon immer, und es ist immer lecker. Die Speisekarte ist nicht allzu originell, aber was drauf ist, schmeckt gleichbleibend Weltklasse. Mit hübscher Außenterrasse auf der Calwer Straße ist das Sehen und Gesehenwerden inklusive, genauso wie der derbe Schmäh vom leicht übergewichtigen Inhaber, dem man sich weder entziehen kann noch möchte. Egal wer, ob Automobilvorstand, Kunst, Kultur oder Sport, jeder kriegt zu den kulinarischen noch ein paar verbale Highlights dazu.
  • Mineralbad BergHier war ich das erste Mal im Kinderwagen mit meinen Eltern, die damals schon ihr Sozialleben weitgehend im „Neuner“ verbrachten. Das war schon cool, als dieser Begriff noch gar nicht existierte. Mein Freund Boris, Jahrzehnte später, im knappen orangenen Tanga, war lange Jahre inoffizieller „Mister Berg“. Wir haben große Teile unsere Adoleszenz auf der Wiese vor dem Becken verbracht. Viele Beziehungen nahmen dort ihren Anfang, andere fanden ihr Ende. Dann nagte der Zahn der Zeit an diesem Refugium mit original Cannstatter Mineralwasserbecken, alles vergilbte zunehmend. Vor kurzem wurde es generalsaniert wieder eröffnet, und ich muss sagen: es ist todschick geworden, richtig schön. Das modernisierte Berg, vis-à-vis vom Stadtpark und vom Leuze, hat das Zeug zum Aushängeschild Stuttgarts. Hier wieder regelmäßig meine Bahnen zu ziehen nehme ich mir für diesen Sommer fest vor, und Ihnen kann ich das auch nur empfehlen.
  • Sichtbar AugenoptikMit 9 Dioptrien sollte der Optiker auf der Kurzwahltaste eingespeichert sein. Meiner heißt Hans Schneider, er und sein Team von der Sichtbar haben immer die richtige Brille, Sonnenbrille, Kontaktlinse für mich. Und besonders die langjährige Mitarbeiterin Daria hat es mir angetan. Da kriege ich ab und zu sogar Spezialservice. Aber das gilt nur für mich, schließlich bin ich mit ihr verheiratet.
  • Soul SnacksCurry mit Pommes kann ich 24-7-365! Im Stuttgarter Nighlife ist der Brunnenwirt die erste Adresse für diese Delikatesse. Im Daylight habe ich jetzt Daniela und Sir Waldos Soulsnack lieben gelernt. Direkt am Fernsehturm gelegen, angenehm laid back und immer lecker. Wenn die Stuttgarter Stadtverwaltung ein bisschen lässiger wäre, würde der hochdekorierte Saxofonist (hat mit James Brown gespielt) dazu noch astreinen Soul kredenzen. Das ist aber leider verboten worden. Kann die Entscheidungsträger nicht verstehen.
  • Stuttgart-KrimisEs gibt bekanntlich ne Menge Literatur, die Stuttgart zum Schauplatz hat. Am bekanntesten sind wohl die Dengler Krimis von Wolfgang Schorlau. Absolut lesenswert, wie der Protagonist im Bohnenviertel im Basta abhängt und von dort aus seine Fälle löst. Mir lieber sind aber die Sean Duffy-Krimis von Ian Mc Guinty: ein katholischer Cop im protestantischen Belfast während der Nordirlandkrise. Sehr dunkel, alkohol- und drogenlastig, absolut speziell.
  • UFO-Landeplatz Klein HohenheimDas ist jetzt ein echter Geheimtipp. Von was reden wir hier? Lichtung würde es nur unvollständig beschreiben. Zwischen mittlerer Filderlinie, kleinem Königsträßle, dem Wald hinter dem Waldhotel und Schönberg liegt dieser besondere Flecken Erde. Man kommt sich vor wie ganz woanders, jedenfalls nicht in einer Großstadt. Den Fernsehturm im Rücken, die schwäbische Alb am Horizont, den Eichenhain links, gibt diese Ebene so tiefe Seeleneindrücke, dass ich immer wieder tief berührt darüber spaziere, radle, jogge. Wenn ich ein UFO-Kommandant wäre und Stuttgarter abholen wöllte, hier würde ich landen. Bitte nicht weitersagen.
  • Winni Klenks AbseitsMein Laden, Klamotte kauf ich nirgendwo anders. Die Stimmen in meinem Umfeld mehren sich, die mir altersentsprechendere Mode nahelegen, Hosen ohne Löcher, vom Breuninger und so. Manchmal bin ich geneigt, darüber nachzudenken. Aber ich geh da einfach hin, der Maestro weiß, was ich brauche, Karte durchziehen, Tasche schnappen und fertig sind die Glücksgefühle. Brauch ich mehrmals im Jahr.