Hannah Lessing

Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus

Das Wien vor den beiden Weltkriegen war eine Grande Dame, Zentrum eines Vielvölkerstaates. Vor meinem inneren Auge sehe ich sie getaucht in das goldene Abendrot von Belle Époque und Fin de Siècle. Dann ist diese „Welt von gestern“, wie Zweig sie nannte, versunken.

Ich bin Anfang der 1960er Jahre in Wien geboren. Die meisten meiner Vorfahren stammen aus Wien, und trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die bezweifeln, dass ich „von hier“ bin ...

Sicher, aufgrund meiner Erziehung und meiner Arbeit fühle ich mich an vielen Plätzen dieser Welt wohl, aber mein Zuhause bleibt diese graue, traurige Stadt meiner Kindheit, die sich heute wieder zu einer Grande Dame entwickelt hat – mein Wien.

Meine Empfehlungen

  • AdlerhofAus dem alten düsteren Gastraum, der lange leer stand, wurde nach eineinhalb Jahren Renovierung ein lebendiger, phantasievoll gestalteter Raum. In drei Bereichen genießt man ein herrliches Frühstück mit Bäckereien aus der Wachau. 
  • BeaulieuWien trifft Paris in der pittoresken Passage an der Freyung: Savoir-vivre bei feinster cuisine française – eine Atmosphäre wie in einem kleinen feinen Bistro in Montmartre. Was braucht es mehr?
  • burggasse24. Vintage Second Hand Fashion & CaféEin zeitloser Ort, wo man Stunden zubringen kann: Vintage shoppen und dann beim Kaminfeuer auf Sofas und Fauteuils von anno dazumal homemade Ingwer-Zitronen-Tee trinken.
  • DaihachiBest Sushi in town – mehr muss man dazu nicht sagen.
  • First Floor BarOldie but goldie: Gute Musik, riesiges Aquarium und alles, was das Cocktail-Herz sich wünscht, besonders für Cosmo-Anhängerinnen.
  • KunsthalleNeugestaltet dank des Direktorinnen-Trios WHW. Als Aufsichtsratsvorsitzende kann ich nur sagen: hingehen, anschauen im Museumsquartier und am Karlsplatz.
  • MiznonIsrael at its best mitten in Wien. Laute Musik, lässige Stimmung und Pitah gefüllt mit verschiedensten israelischen Köstlichkeiten. Achtung: Das Miznon ist ein Lokal mehr zum gemeinsam Lachen, weniger zum Gesprächeführen ;-)
  • PetarDer Frisör meines Vertrauens, der vielen Flüchtlingen die Chance auf eine gute Ausbildung bietet. Danke euch für euer Engagement!
  • SchmetterlingshausMein Lieblingsrefugium für die Auszeit nach stressigen Terminen: Nichts entführt mehr aus dem Alltag als tropische Temperaturen. Einfach die Farbenpracht und das leichte Flattern von Schmetterlingen genießen.
  • Spa und Bar im Hotel Sans SoucisEine luxuriöse Oase mitten in der Stadt: tolle Anwendungen, Dampfbad, Sauna und ein Pool unter dem einzigartig pompösen Kristallluster. Danach entspannte Happy Hour mit einem ausgefallenen Cocktail aus den Signature-Drinks in der winzigen Bar mit tausend Spiegeln.
  • Theater an der WienEin wunderbares Operntheater an der Wienzeile mit Inszenierungen vom Feinsten – nirgendwo sonst in Wien lasse ich mich so gern in die Welt des Barocks und der Countertenöre entführen.
  • Volksgarten 30 DancingEine leichtfüßige Vor-Corona-Erinnerung: Tanzen zu den coolsten 70s-Nummern samt Discokugel und Nebelmaschine, mit vielen Menschen, die auch nicht mehr ganz so jung sind – in dem wunderbaren Oswald-Haerdtl-Bau.
  • Wiener StadttempelDie Synagoge meiner Kindheit. Bis heute der Platz, an dem ich mich meinem Glauben besonders verbunden fühle. Das warme Licht, der Gesang des Kantors und die Stimme des Oberrabbiners.