Ina Lins

Kulturmanagerin, Strategic Partnerships

„Mei Wien ist ned deppert“ – Der Leitsatz eines jeden Ur-Wieners. Dem kann ich mich nur anschließen. Wien hat Charme, Schmäh, Tradition und beheimatet einen Haufen liebreizender grantiger WienerInnen. Die Stadt ist klein und überschaubar, aber groß genug um eine Weltstadt zu sein und trotzdem ist Wien ein Dorf, denn hier kennt man einander. Die Szenen und die diversen Subkulturen sind überschaubar, trotzdem vielfältig und lebendig. Wien ist liberal, weltoffen, identitätsstiftend, voller wunderbarer und interessanter Gegensätze, grün, sozial, sauber, kinderfreundlich, charmant spießbürgerlich und trotzdem modern und innovativ. Für mich ist diese Stadt ein Synonym für Kultur: sei es die Kaffeehauskultur, die Wirtshauskultur, die Hochkultur, die zeitgenössische Kultur, die unzähligen Subkulturen, die Kultur des Bewahrens von Traditionen, die Kultur des Aufbrechens von Traditionen, das harmonische Zusammenleben von vielen verschiedenen Kulturen, die Kultivierung des Wiener Grantelns und der Renitenz, die Kultur der Gegensätzlichkeit, die Kultur des Scheiterns und des Wiederaufbaus, ... die Liste ist beliebig erweiterbar. Will man da noch wo anders leben?

Meine Empfehlungen

  • Das AugustinDas Augustin gehört zu meinen All-Year Favorites! Für mich ist es eines der gemütlichsten und entspannteren Restaurants/Bars der Stadt. Im Winter sitzt man im Ambiente des alten vertäfelten Gasthauses, hier gleicht kein Tisch dem anderen, man diniert in Omas – Ohrenstühlen und muss nach dem hervorragenden Essen aufpassen, dass man darin nicht gleich einschläft. Im Sommer sitzt man im lauschigen Innenhof bei Kerzenschein. Ganzjährig wohnen hier übrigens zwei schnurrende Katzen und ein Klavier, die Chefin und ihr Team wohnen zwar nicht dort, vermitteln einem aber immer das Gefühl zu Hause zu sein! Die Drinks sind eigene Kreationen, bei dem einer besser schmeckt als der nächste (Vorsicht!).
  • Das DonauHut ab vor jeder Kneipe, die kein Schild braucht, seit über 20 Jahren existiert und drinnen auch noch eine alte Synagoge ist.
  • Der ProtoTypDieser werte Herr ist ein Phänomen! Ich habe so viel Bewunderung für ihn übrig, das lässt sich gar nicht in Worte fassen. Wer eine Idee hat und nicht weiß wie er sie verwirklichen soll/kann, dem sei angeraten sich an den besten und einzigartigen Prototypenbauer in Wien und darüber hinaus zu wenden! Seit 2010 führt er die Werkstatt "Der ProtoTyp", die Werkstatt gleicht mehr einem Labor für Produktentwicklung, die ein ideales Umfeld für seine außergewöhnlichen Herangehensweisen in der Entwicklung und Umsetzung kreativer Visionen bildet. Bernhard Ranner ist DIE Anlaufstelle für die Kreativindustrie, Startups, produzierende Betriebe, Künstler und alle mit dem Wunsch, eine Idee physisch zu formen und zu entwickeln.
  • Die DondrineMitten im 7. Bezirk ist die Dondrine seit 12 Jahren meine Lieblingsbar und mein zweites Wohnzimmer. Die Musik ist gut und je nach diensthabender Kellnerin anders, die Crowd ist bunt und ein bisschen irre, es gibt Tischfußball, die Drinks haben mehr als faire Preise, man darf rauchen, es ist eher dunkel und sehr gemütlich. Hier kommt man nicht her um gesehen zu werden, sondern für exakt das Gegenteil. Von Außen sieht die Bar beinahe geschlossen aus, kein Wunder dass sich hier so manche illustre Persönlichkeiten treffen.
  • DonauinselEine künstlich geschaffene riesige Insel mitten in der Stadt. Klassischer Wiener Werdegang: Zuerst haben sich alle darüber aufgeregt und jetzt ist sie Kulturgut für jung und alt, Nudisten, Grillmeister, Sportbegeisterte, Liebende und Sonnenanbeter.
  • ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival Seit über 30 Jahren verwandelt sich Wien im Sommer in ein großes Tanzquartier. Tänzer aus aller Welt, alles was Rang und Namen hat, sind in der Stadt zu Gast. ImPulsTanz präsentiert in seinem Performanceprogramm einen Querschnitt der zeitgenössischen Tanzszene in all ihrer Vielfalt. Aufgrund seines vielseitigen Workshopangebots ist ImPulsTanz mittlerweile Europas größtes Workshopfestival. Gelernt und geprobt wird u.a. im Arsenal. Dort gibt es Bars und ein Pool und selbst wenn man nicht tanzt ist es in dieser Zeit einen Besuch wert. In der Festival Lounge im Vestibül des Wiener Burgtheaters ist jeden Abend Party angesagt! Allein dafür muss man ImPulsTanz lieben!
  • Letizia PlankensteinerOh Lord – dieser Schmuck!!! Termin ausmachen, ihr Atelier besuchen und bald mit einem individuell designten Schmuckunikat nach Hause gehen. Edelmetall-Liebe for ever!
  • LilaHinter Lila versteckt sich die bezaubernde Lisi Lang. Lilas Kreationen sind verspielt, durchdacht, lässig, passen zu jung und alt, mutig, bunt und von Hand gemacht. Wer ihren Laden betritt, betritt Lilas Welt und die ist wunderschön!
  • MQ Amore MinigolfMinigolf mitten in Wien vor dem MQ. Da bleibt kein Auge trocken.
  • Pamela RußmannDiese Dame macht nicht nur geniale Portraits, sie ist auch noch eine unglaublich tolle und lässige Frau! Sie selbst sagt „Ihr Leben, ihr Umfeld, ihr Wien“ sind ihre Inspiration. Wer sich von ihr ablichten lässt, merkt gleich ihre Zurückhaltung, sie arrangiert nicht, sie inszeniert nicht, sie taucht ein in den individuellen Kosmos, der vor Ihrer Linse liegt und genau diesen fängt sie ein.
  • Pictopia ComicsPictopia ist nicht nur eine Buchhandlung mit wöchentlich wechselnden Öffnungszeiten, ich würde sagen, Pictopia ist ein kleines Universum voller geballtem Wissen rund um Comics und Graphic Novels. Wenn man es während der Öffnungszeiten nicht schafft, kann man sich auch einen eigenen privaten Termin zum Schmöckern ausmachen. Achtung Suchtgefahr!
  • ReindorfgasseDer hippste Ort in „Rudolf-Crime Fünfhaus“. Dank dem Engagement von Anrainern und zugezogenen lässigen Geschäften und Kunsttreibenden blüht das Grätzel um die Reindorfgasse richtiggehend auf. Bobos, Migranten und Urfünfhauser haben mit einem facettenreichen Angebot an Lokalen und Läden die Straße neu erfunden. Einmal im Jahr findet das mittlerweile traditionelle Reindorfgassenfest statt - don’t miss!
  • RhizDas Rhiz ist eine Wiener Institution! Angesiedelt in den Wiener Stadtbahnbögen, gerade groß genug für Konzerte und meistens von Musikliebhabern und –fetischisten besucht, ist das Rhiz meine kleine Bastion gegen die Verspießbürgerung.
  • SororityDer Sorority habe ich schon viel zu verdanken und ich bin immer wieder aufs neue entzückt, wie viele unglaublich geniale Frauen hier in Wien leben! Die Sorority ist ein unabhängiges Netzwerk, eine Schwesternschaft für Frauen und all jene, die sich als solche begreifen. Bei den vielen tollen Veranstaltungen ist für jede etwas dabei: von branchenübergreifenden Workshops, CV-Training bei Speis & Trank mit Experten aus Führungsetagen und Skills-Trainings über Kurse von Social-Media-Marketing über Stimm- und Sprechtraining, Argumentationstraining gegen Stammtischparolen bis hin zum Workshop „Besser Gehalt verhandeln“. Es gibt eine eigene Kunst- & Kulturreihe, die sich Femtrails nennt und den Salon Sorority, einen Lesezirkel, bei dem Mitglieder feministisch relevante Werke diskutieren. Mitglied werden, sag ich nur! Girls only!
  • TichyWenn Eis Tradition hat - dann dieses. 1952 gegründet und angesiedelt am Reumannplatz im 10. Hieb ist der Eissalon Tichy mit dem „Eisgarten“ und dem „Palais de Glace“ wohl der urigste und gleichzeitig schickste Eissalon der Stadt. Ein Familienbetrieb mit unverkennbarem Charme und den wohl bekanntesten Eiskreationen. Wer es noch nicht kennt, dem seien die original Eismarillenknödel und die Rum-Pflaume ans Herz gelegt.
  • Volksgarten PavillonZwischen dem Parlament und der Hofburg und somit im Herzen der City findet man ein Stück Zeitgeschichte. Hier trifft sich im Sommer ganz Wien, ob auf der Wiese oder Abends im Club. Kleine Empfehlung am Rande: ab Mai findet im Sommer immer dienstags das Techno Café statt – das Line-Up sollte man nicht verpassen.
  • Wiener FestwochenFür mich sind die Festwochen der Startschuss in den Kultursommer. Sie sind ein spartenübergreifendes Kunstfestival bei dem Theater, Performance, Tanz, Musik, bildende Künste, Installationen, Diskurs, Partizipation, Workshops und neue Kunstformen, die sich noch nicht kategorisieren lassen, aus allen Teilen der Welt gezeigt werden. Ich persönlich liebe die Festwochen, weil ich dort Werke sehen kann, für die ich sonst weit reisen müsste oder gar nie Karten ergattern könnte. Natürlich kommen auch die Partys nicht zu kurz! Und weil Wien manchmal ein Dorf ist, sind diese Partys immer wie ein großes Klassentreffen – wunderbar, lustig, familiär, aber auch skurril.
  • Wiener MärkteIn Wien gibt es über 22 Lebensmittel-, Antiquitäten- und Flohmärkte. Manche dieser Märkte sind nicht nur bereits sehr alt, sie sind zum Teil auch in ein wunderbares architektonisches Umfeld gebaut und haben ein urbanes bis schickes Ambiente bis hin zu Bars und guten Restaurants. Einkäufe macht man am ehesten ganz zeitig in der Früh (vielleicht sogar am Weg nach Hause vom Club) oder erst kurz vor Ende (da bekommt man den besten Preis). Meine liebsten Märkte sind der Brunnenmarkt, der Karmelitermarkt, der Naschmarkt, der temporäre Bio-Markt an der Freyung und der urigste ist der Viktor-Adler-Markt im zehnten Hieb – Dort kann man sogar noch die traditionellen Marktschreier hören.
  • Wiener StadtfestivalsIn Wien ist immer etwas los und dafür sorgen nicht nur private Veranstalter und Festivalproduktionen sondern auch die Stadt selbst. Angefangen beim Popfest vor der Karlskirche, dem Electric Spring im MQ bis hin zum Donaukanaltreiben. Diese Festivals sind gratis, für jeden zugänglich und werden immer von tollen, jungen und neuen Talenten kuratiert!
  • Wienerwald und Wiener BeckenWien ist umgeben von richtigem jahrhundertealtem Wald. Es gibt unzählige Wanderwege und man braucht kein Auto um dort hin zu gelangen, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, denn in Wien fahren die „Öffis“ sogar bis dorthin. Wer Bock hat, kann sich im Wienerwald auch verlaufen und z.B. 6 Stunden keinen (Aus)-Weg finden. Kann ich bestätigen.