Stephan Ferenczy

Inhaber BEHF Architects

Ich liebe Wien als lebendige Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Ost- und Westeuropa, zwischen Nordwind und Südlicht, zwischen Bedeutungslosigkeit und Einflusszentrum, zwischen groß und klein. Die Ausgewogenheit der Mitte prägt und spiegelt mich, meine Arbeit und meine Vorstellung vom Umgang mit unserer Zukunft. Ich geniesse den (auch dem Klima geschuldeten) Wein und den Rhythmus dieser Stadt. Es sind die vielen individuellen und charaktervollen Details und eine aus einer gewissen Entspannung oder zugelassenen Widersprüchlichkeit entwachsene Nachlässigkeit, die die Qualitäten dieser Welt ausmachen.

Meine Empfehlungen

  • Christian PlodererDer Meister des Lichts ist ein Meister des Niveaus und des Anspruchs. Kulturell und geschmacklich 100% treffsicher, gewandt in der Sache, in allen Massstäben, auf allen Parketten, besonders stark im Umgang mit Potentaten, technisch im Hier und Heute, extrem erfahren, ohne Gnade: wenn es nicht stimmt, dann wird es ausgesprochen. Von hoher Kreativität schafft Christian Ploderer Lichtstimmungen, die gelungener und kunstfertiger nicht sein könnten. China kann kommen, Wien kennt die Antworten.
  • Dolce pensieroEin kleines Geschäft in einer (noch) nicht wachgeküssten Ecke des ersten Bezirks traut sich, ein echtes Stück italienischer Küchenkultur nach Wien zu importieren: Gebäck! Man sitzt entweder gemütlich auf der Straße zwischen den Autos oder in einer eher sachlich ausgestalteten Raumbox oder nimmt sich etwas vom Tresen mit. Lässig, freundlich, gekonnt – eine echte Bereicherung.
  • LobmeyrEin berühmtes Glasherstellerunternehmen lässt sich nicht von der brummenden Kärntnerstraße verdrängen, trotzt dem Druck des benachbarten Allerweltsschnickschnack und positioniert sich als kulturell sattelfest, hip, zeitlos, wertsolide, verwunschen und allerhöchstanspruchsvoll. Eine Werkstatt im 3. Bezirk macht es, ein historisch erhaltenes Geschäft im 1. Bezirk zeigt es. Herr Rath auf die Frage, ob er Lust auf gut hat, antwortet: „Das ist unser Unternehmensmotto!“
  • Michael NaglSo sensibel, so nachdenklich, so schön, so grau, so regnerisch. Es gibt Hochglanz-Sonnenschein-teure Autos und fesche Mesdammes-Fotos, UND es gibt Michael Nagl Fotos.
  • Müllers Heuriger & WeingutDer smarte Johannes Müller hätte genau so gut Rechtsanwalt oder Zahnarzt werden können, stattdessen hat sich der blutjunge Vater mit deutscher Ehefrau zu einem Leben als Weinbauer in Wien entschieden, fährt im Morgennebel auf seinem Traktor durch die Rebenreihen seiner Weingärten, steht hinter der Budel seines Heurigenbetriebs und ist für mich das Symbol einer inhaltlich qualitativen Neuaufwertung vom sonst verstaubten 1970er-Jahre Grinzing – eine Option, wie Leben in der Stadt ausgewogen und Sinn stiftend sein kann. Der Wein ist hochprämiert und schmeckt großartig.
  • Niedersüsz – Schneider & HemdenmacherZugegeben, man muss schon etwas Kleingeld in den Taschen haben, aber Handwerk und Qualität haben ihren berechtigten Preis. Entsprechend den strengen Regeln der Gralshüter des Wiener comme-il-faut wird man hier persönlich sehr intensiv und kompetent in allen Bekleidungsanliegen auf allerhöchstem Niveau beraten und betreut. Dabei bekommt man neben feinsten Stoffen und Schnitten zusätzlich Hilfestellung in Stilfragen, ebenso wie in den Themen, die diese Welt gesellschaftlich bewegen. Die Stadt Wien hat viele Gesichter. Mögen ihre ursprünglich abgehobenen, jetzt auf Qualitäten konzentrierte, nicht versteinern oder erlöschen.
  • Peter WeiszKlein und fein mit hoher Sensibilität entwickelt Peter Weisz puppenstubenhafte Objekte mit minimalistischer Funktion. Elegant, dünnhäutig, unkalkuliert, scheinbar überflüssig und doch so unersetzlich für unseren Bedarf an Gutem.
  • Royal Hair UpdateSo cool und so stylish schneidet dir kein Barbier in dieser Stadt die (Bart-)Haare. An einer hochfrequentierten Straße des Glacis tritt Old-Englands Ruhe und Gelassenheit ein, wird ein Tee oder ein Whiskey serviert, wird der Barber-Sessel zurückgeklappt und du schliesst die Augen um frisch und geschniegelt wieder aufzuerstehen. Fachmännisch versiert, exakt mit einer angenehmen Spur Kessheit.
  • SHIKIEin echter Wiener lernt Violine, dirigiert die Staatsoper und entdeckt seine Liebe zu anspruchsvoller Gastronomie. Klingt schon fast nach Rossini. Das der Maturant der theresianischen Akademie Joshi Hattori japanische Eltern hat und die Lokale dieser Welt kennt, macht den Kosmopoliten zu einer echten Bereicherung für Wien; denn er begründet ein Lokal mit dem besten von japanischen Grundhaltungen beeinflussten Essen, das nicht auf Klischees aufbaut, sondern auf Inhalte und Differenzierung. Von einfach bis abgehoben, international aufgeklärt, zeitlos und souverän. Die Liebe und Verantwortung geht bis ins letzte Detail: es gibt kein durchdachteres WC in der Stadt.
  • Silberschmiede Anton Solar & SöhneEs gibt Orte, die man gar nicht verraten darf, so unentdeckt scheinen sie zu sein. Und trotzdem stehen bei Herrn Philipp Kolar Jr. die Kunden Schlange. In einem Geschäft in der ersten Etage eines typischen Hauses der Wiener Vorstadt, in dem man nicht sicher sein kann, wann die Elektrizität eingeführt wurde. Auf die Arbeit bezogen und sehr kompetent, für Kleinigkeiten und feinste (Silberschmiede-) Anliegen ein ernsthafter Ansprechpartner, begleitet mich der Geschäftsführer um die Häuserecke zu einer älteren Dame, die die passenden Kartonagen in allen erdenklichen Formaten - wahlweise mit Rehhäutlbezug – zur passenden Aufbewahrung der Silberschätze herstellt. Das Handwerk in Wien lebt, mitten in der Stadt.
  • Thomas ZelenkaThomas Zelenka ist in netter junger Mann und spürt nach Gutem, verändert sein Leben und macht seitdem Honig auf den Dächern von Wien. Bestechend ehrlich und umweltverbunden. Fantastisch im Geschmack, gutes Verpackungsdesign. Triumph der Appetitlichkeit.
  • UNGER und KLEIN Eine grosse Hausgemeinschaft (das Hochhaus in der Herrengasse hat über 200 Wohneinheiten) profitiert von seiner Rondell-Bar in der Hauseingangsecke. Wo früher eine öffentliche Bedürfnisanstalt oder ein U-Bahn-Abgang vermutet wurde, ist jetzt ein Ort der Gemeinsamkeit für die Hochhaus-Community entstanden, der mit Passanten, Touristen, Banker und Minister geteilt wird - vom Sonnenaufgang bis zur Sperrstunde. Ein Beweis, dass Gastronomie nicht am Dach über die Stadt fliegen muss, sondern es viel spannender ist, mit den Leuten auf der Straße in (Augen-)Kontakt zu treten/bleiben. Das ganze funktioniert auf Basis des Schwellenabbaus, kein Vorne und kein Hinten, kein Drinnen und kein Draußen. Das Team sieht super fesch aus, ist auf zack und macht den besten Kaffee der Stadt. Den Wein liefert der Wirt Unger und die Wirtin Klein.
  • Yue-Zong Tsai, SPORTHALLE WienEs ist bekannt, dass man sich um seinen Körper kümmern sollte. Es gibt allerorten zu allen Preisen und verschiedensten Theorien verpflichtete Fitnesscenter und Kraftkammern. Aber niemand motiviert dich, leitet dich so angenehm streng, aber behutsam durch 50 Minuten körperliche Herausforderung. Das geduldig-kompetente Lächeln von Yue Zong Tsai verströmt in einer schönen alten Turnhalle den Geist einer Ursprünglichkeit und Natürlichkeit. Es bekommt etwas unerwartet Vornehmes und Beherrschtes, wenn man wie ein Affe auf den Holzbalken balanciert oder von den Gitterträgern hängt. Auch Boxen und Handstand, Ernährungsberatung und Physiotherapie sind angeschlossen. Selten guter, weil freundlich gelassener Bewegungssport!