Susanne Kaloff

Autorin

Als ich ein Kind war, fuhren wir mal im Ford Taunus nach Dänemark. Auf dem Weg dorthin legten meine Eltern, meine Schwester und ich einen Stopp in Hamburg ein. Wir machten eine Hafenrundfahrt in der Barkasse, es roch nach Fisch und weite Welt und ich verliebte mich so, wie man sich in einen Menschen verknallt, den man kaum kennt: Ohne wenn und aber. Das Einzige, was ich noch im Fond der Familienkutsche bis weit nach der dänischen Grenze bedauerte, war das: „Mensch, Mama, und jetzt sind wir nicht mal mit der Reeperbahn gefahren!“ Nach zwanzig Jahren, die ich in der Stadt lebe, bei deren Klang mein Herz noch heute aufgeht, kam es immer noch nicht dazu. Ansonsten hat mich Hamburg noch nie enttäuscht, nie im Stich gelassen, mir immer gut getan. Wenn man das von einer Flamme sagen kann, muss es Liebe sein, oder?

Susanne Kaloff lebt als vogelfreie Autorin (Welt am Sonntag, Grazia, Emotion, Madame, Myself, ICON, Brigitte ...) in Hamburg, schreibt seit fünf Jahren jede Woche in der Grazia-Kolumne über die Dinge, die sie auf Trab halten, hat einen erwachsenen Sohn, zwei Bücher veröffentlicht („Elternkrankheiten“ mit Nina Puri und „Liebeskrankheiten“) und das Leben immer noch nicht verstanden.

Meine Empfehlungen

  • Akiko. Ein Stück JapanDer Laden mit dem schönsten Geschenkpapier! Außerdem Kissenbezüge, die in Hamburg aus japanischen Stoffen angefertigt werden, Yuzenpapier, antike Kimonos, Keramik ... Und erwähnte ich die Origami Workshops? Ich glaube, da melde ich mich gleich mal für an.
  • Anita Hass Luxury Fashion, Interior & LifestyleWer es mag, wenn Isabel Marant, Acne oder Sonstwastolles auf dem Label seiner Anziehsachen steht, kommt in Hamburg nicht um den renommierten Designershop herum. Man kann es probieren (Straßenseite wechseln, Eppendorf großspurig umfahren, Augen zu und durch), aber ich kann aus eigener Erfahrung und unabhängig vom Soll auf dem Konto sagen: Man scheitert herrlich.
  • Café JohannaAm schönsten ist es dort, wenn man vormittags hingeht, während alle anderen arbeiten müssen. In der Sonne sitzen am Venusberg, Zeitung lesen, in den blauen Himmel oder einfach nur in seinen schwarzen Americano starren, dazu ein Ziegenkäsebrot mit Apfel (oder ein selbstgebackenes Brioche) und für einen Augenblick glauben, man habe Ferien für immer.
  • Café ParisEin feiner Ort, der viel zu laut ist, um klar zu denken. Also genau das richtige an Abenden, an denen man nicht Debatten mit sich und anderen führen will, sondern das schöne Leben einfach nur mit einem großen Schluck Champagner und lautem Lachen runterschlucken möchte. Für ernste Beziehungsgespräche oder Geschäftsdinner kann man ja immer noch in die wunderschöne Bel Etage im ersten Stock ausweichen.
  • Restaurant MaharajaDefinitiv mein Lieblingsinder auf dem Kiez. Ayurvedisch steht auf der Karte, aber irgendwie schmeckt es einfach immer nur lecker ohne viel Gewese, es gibt stets ein Mangoschnäpschen aufs Haus, nachdem man auf einen Schlag sternhagelvoll ist, es ist immer brüllend voll und brüllend heiß. Empfehlung? Die Nummer 22, Shahi Paneer. Aber nur dann, wenn man mit indischem Frischkäse was anfangen kann.
  • Yogaraum HamburgYoga kann man ja glücklicherweise überall machen, alleine, zu zweit, neben dem Sofa, an der Alster. Ich gehe trotzdem seit vielen Jahren am liebsten in den Yogaraum von Suse Hübner und Silke Markmann. Auch, weil die beiden tolle Lehrerinnen sind. Vor allem aber, weil es sich immer ein bisschen so anfühlt, als käme ich nach Hause.