Valentin Holub

Musiker und geschäftsführender Vorstand der bayerischen kammerphilharmonie

In fast 20 Jahren ist Augsburg für mich zur zweiten Heimat geworden. Wenn man von außen auf Augsburg blickt, ist für mich als Kulturschaffenden vor allem die Geschichte der Stadt faszinierend. Die große Dichte an historischen Räumlichkeiten aus verschiedenen Epochen hat architektonischen Seltenheitswert. Darüber hinaus habe ich viele weitere Facetten der Stadt durch die hier gewonnenen Freunde schätzen und lieben gelernt.

Meine Empfehlungen

  • Basilika St. Ulrich und AfraDie Basilika St. Ulrich und Afra zählt zu den letzten großen spätgotischen Kirchenbauten in Schwaben und zeugt von der besonderen Augsburger Geschichte: Sie ist das Ergebnis der paritätischen Machtaufteilung zwischen Katholiken und Protestanten - die evangelischen Gläubigen haben den ursprünglichen Vorbau von St. Ulrich zur ihrer Kirche ausgebaut. Die bayerische kammerphilharmonie hat bereits in beiden Kirchen erfolgreiche Konzerte veranstaltet. Mit dem Organisten und Kirchenmusiker Peter Bader verbindet uns eine langjährige Freundschaft und wir freuen uns schon jetzt darauf, wieder gemeinsame Projekte durchzuführen zu können.
  • Herrenhaus BannackerVor den Toren Augsburgs liegt der Weiler Bannacker mit dem mächtigen Herrenhaus. Im Park mit exotischen Bäumen und Pflanzen oder auf der angrenzenden ehemaligen Polowiese lässt sich herrlich picknicken – in absoluter Stille, nur manchmal dringt leise die Musik aus dem Fest- und Konzertsaal, wo auch wir regelmäßig zu Gast sein dürfen. Die gute Seele von Bannacker ist die Familie Boecker, die mit großem Engagement und viel Hingabe die Konzerte organisiert.
  • Kleiner Goldener SaalDer Rokokofestsaal des ehemaligen Augsburger Jesuitenkollegs St. Salvator ist mit seiner hervorragenden Akustik bestens für Konzerte geeignet und ist seit seiner letzten großen Renovierung im Jahr 2004 so etwas wie der Stammsaal für unsere Reihe „un-er-hört“. Allen Besuchern empfehle ich, sich in Ruhe in das 1765 von Matthäus Günther geschaffene Deckenfresko zu vertiefen – bei jedem Besuch gibt es wieder Neues zu entdecken, was man bis dahin noch nicht gesehen hat.
  • LummerlandspielplatzAls Vater zweier Söhne der perfekte Ort. Meine Kinder lieben Michael Endes Geschichte von Jim Knopf über alles. Der Spielplatz ist echt toll, um sich richtig auszutoben, vor allem auch weil die Jungs auf der Wiese daneben ungestört rennen können, während die Eltern durch den nahe gelegenen Kräutergarten spazieren.
  • Mandichosee (Lechstaustufe 23)Urlaubsfeeling pur! Nur gute zehn Kilometer auf dem Via Claudia Augusta-Radweg quer durch den Siebentischwald und man erreicht die Lechstaustufe 23. Verglichen mit den anderen Seen rund um Augsburg ist hier immer erstaunlich wenig los und wenn man sich ans Ufer setzt, sich vom Wind (der hier irgendwie immer weht) erfrischen lässt und den Surfern zuschaut, entsteht dieses angenehme Gefühl von Urlaub und man möchte eigentlich gar nicht wieder in die Realität zurückradeln …
  • MaximilianklauseUriges Gasthaus direkt neben „unserem“ Konzertsaal, dem Kleinen Goldenen Saal, in der Jesuitengasse. Der deutschirakische Koch Ramy Boles, der früher im Münchner Hofbräuhaus gekocht hat, hat von Falafel bis Schweinebraten alles drauf. Dort haben wir mit Musikern und Konzertbesuchern schon manchen Abend Abend in entspannter Atmosphäre ausklingen lassen.
  • MoritzkircheNoch ein Sakralbau in Augsburg, an dem man achtlos vorübereilen könnte. Von außen ahnt man nicht, was einen im Innern der Moritzkirche erwartet: klare Weite, lichte Ruhe. Das Londoner Architekturbüro von John Pawson hat das Kircheninnere mit sehr viel Gespür und Geschmack neu gestaltet und alte Elemente wie die Figur des Christus Salvator von Georg Petel im Altarraum gekonnt in Szene gesetzt. Am besten gefällt mir, dass Jesus am Kreuz nicht über dem Altar, sondern im Seitenschiff hängt und durch ein Fenster von außen jederzeit zum Gebet einlädt, auch wenn die Kirche geschlossen ist.
  • Schwedenmauer mit LuginslandEin Spaziergang über die Schwedenmauer gehört für mich zu jedem Augsburg-Besuch. Ich mag die ruhige, geschichtsträchtige Atmosphäre auf der alten Wallanlage und natürlich freue ich mich auf das erste Bier im Luginsland-Biergarten.
  • Synagoge und Jüdisches MuseumEin echtes architektonisches Juwel, das man aufgrund seiner etwas versteckten Lage in der Halderstraße leicht übersehen kann: Die Synagoge in Augsburg, zwischen 1913 und 1917 gebaut, ist der Mittelpunkt einer lebendigen jüdischen Gemeinde und für die bayerische kammerphilharmonie ein beliebter Konzertort geworden. Empfehlenswert ist auch der Besuch des angeschlossenen jüdischen Museums, dessen Leiterin Barbara Staudinger mit sehr interessanten Ausstellungen frischen Wind in die Einrichtung gebracht hat.
  • Villa Haag/Restaurant AugustEin absoluter Geheimtipp für Fans der gehobenen Kochkunst. Schon beim Eintreten in die liebevoll restaurierte Villa Haag spürt man die besondere Atmosphäre. Sie setzt sich in der eigens für den jeweiligen Abend erstellten Menükarte und dem aufmerksamen Personal fort und gipfelt im Essen selbst. Zwei-Sterne- Koch Christian Grünwald versteht es mit seinem Team exquisite Menüs zu kreieren – Geschmackexplosionen und Überraschungen sind garantiert. Ein Gesamtkunstwerk, das man so schnell nicht vergisst.