Wolfgang Dieterich

Geschäftsführer der Ulm/Neu-Ulm Touristik GmbH

Als jemand, der sich für Geschichte interessiert, war es für mich eine großartige Gelegenheit, Ulm und Neu-Ulm zu entdecken. Vor fast 25 Jahren kam ich als Kind, das an der württembergisch-badischen Grenze aufgewachsen ist, aus dem Schwarzwald hierher an eine weitere Grenze, die ich kaum noch als eine solche empfinde. Die hohe Lebensqualität in der „Zweilandstadt“ weiß ich sehr zu schätzen.

Meine Empfehlungen

  • Aufgeschlossenheit für Design und ModerneWas wegweisend mit der HfG (Hochschule für Gestaltung) und der Gründung der 
vh ulm begann, setzte sich mit Stadthaus und Neue Mitte fort. Dieses „Moderne wagen“, was der eher konservativen schwäbischen Wesensart teils mutig entgegensteht – das beeindruckt mich in besonderem Maße an Ulm. Oft kommt man mit Besuchern ins Gespräch, 
die sinngemäß sagen, dass man sich in ihrer Heimatstadt diese baulichen Kontraste nicht trauen würde.
  • Botanischer Garten der Uni UlmEine Oase der Ruhe in herrlicher topographischer Lage. Mit der nun schnelleren Anbindung an die Straßenbahnlinie 2 mit hoffentlich nun mehr Entdeckern, die sich dort übrigens auch prima weiterbilden können.
  • Café NaschkatzeSympathisches kleines Café in Neu-Ulm mit originellem Ambiente und weniger Schicki-Micki-Mainstream als anderswo.
  • Das DonauuferAls Ort für Feste, Aktivitäten und Sehnsüchte ist es ein Traum für alle Jogger und Radfahrer, aber auch als Kulisse für historische und neuere Feste wie Fischerstechen, Lichterserenade, Nabada und Internationales Donaufest. Wer den weiteren Weg des Flusses nach Südosteuropa kennt und persönliche Kontakte in die Donauländer aufgebaut hat, den packt immer wieder die Reiselust. Das Wissen um die besondere Geschichte und Kultur der Donau ist für mich etwas ganz Besonderes, im Vergleich zu Neckar, Elbe oder Rhein.
  • Das Quartier Platzgasse (Raben-, Kohl-, Herrenkellergasse)Die für mich schönste Lage für den Stadtbummel in Ulm mit kleinen, inhabergeführten Geschäften und netten Cafés. Im Rahmen einer „Ulmer Extras“-Stadtführung oder eines Abendbummels mit Gästeführer lässt sich auch viel historisch Interessantes über diese Ecke erfahren.
  • Das Schiefe HausWas der Architekt Günter Altstetter 1995 als originelles Hotel vollendete, ist für mich einmalig. Innen und von außen ein Genuss. Dieses Haus an der Blau ist für mich der romantische Inbegriff des Fischerviertels. Also auf geht’s (Neu-)Ulmer Paare: eine Übernachtung in diesem Hotel ist auch für Einheimische früher oder später ein Muss!
  • Die Bundesfestung Ulm Stammt zwar aus einer militaristischen Epoche, die Festungsbaukunst hat aber einen besonderen ästhetischen Reiz. Viele kulturelle Einrichtungen haben ihren Sitz in alten Festungsgemäuern, außerdem ist sie ein riesiger Abenteuerspielplatz und Landschaftspark für die (Neu-)Ulmer. Mit der verstärkten Nutzung der Wilhelmsburg und der LGS 2030 ergeben sich noch neue, großartige Perspektiven. Besonders lobenswert finde ich auch das Engagement des Förderkreises Bundesfestung Ulm, ohne den dieses historische Erbe schon weitgehend verfallen wäre.
  • Fundstätten der ältesten Kunstwerke und Instrumente auf der Schwäbischen AlbDas Gute aus Ulm und Ulm herum datiert schon 40.000 Jahre zurück. Von der Steinzeit bis zur Innovationsregion Ulm heute gab es schon immer geniale Erfinder und Tüftler. Symbolhaft dafür steht für mich der Löwenmensch im Museum Ulm, den noch dazu eine geheimnisvolle Aura umgibt.
  • Gutes von HierRegionale, häufig auch vegetarische und vegane, Spezialitäten-Vielfalt. Hier wird man sehr gut beraten und bedient und findet immer ein Mitbringsel. Dieses Konzept sollte noch mehr Nachahmer finden, denn in Städten wie Ulm gibt es bereits genug Massen- und Convenience-Ware. Und die Biosphärenregion Schwäbische Alb und das Allgäu liegen hier doch vor der Haustür.
  • Stadthaus UlmAuch nach 25 Jahren noch eine herausragende und spannende Architektur mit spektakulären Ein- und Ausblicken. Und absolut großzügig von der Stadt Ulm, dass ein Besuch der zahlreichen interessanten Ausstellungen bei freiem Eintritt möglich ist. Hier trifft man auch auf Gäste aus aller Welt und kann mit diesen ins Gespräch kommen, nicht nur aber ganz besonders in der Tourist-Information mit dem ulm-shop und seinem originellen Souvenirangebot.
  • Ulmer MünsterWenig überraschend findet auch dieses großartige Bauwerk seinen Platz auf der Liste. Es verkörpert in ganz besonderer Weise den Bürgerstolz, den Kunstsinn und die Toleranz der Ulmer, mal mehr und mal weniger im Laufe der mehr als sieben Jahrhunderte. Und da fast alle meine Vorfahren evangelische Pfarrer waren, ist das Münster auch ein sehr spiritueller und inspirierender Ort für mich.
  • Ulmer ZeltMein Liebling im Veranstaltungsprogramm, weil man hier immer wieder neue Künstler entdecken, nette Leute im Biergarten treffen und das ehrenamtliche Team für seinen guten Geschmack loben kann.