Hans-Hartmut Peter

Prof. em. für Rheumatologie und Klinische Immunologie

In Fragen des Geschmacks, der künstlerischen Freiheit und des gesellschaftlichen Miteinanders halte ich es gerne mit Paulus (Korinther I,10,23-24): „Alles ist erlaubt, aber es frommt nicht alles. Alles ist erlaubt, aber es erbaut nicht alles. Niemand suche nur das Seine, sondern das, was des Anderen ist“. Konkret heißt das: „Vermehrt Schönes!"

Das starke zivilgesellschaftliche Engagement vieler Freiburger Bürger in Vereinen, im Ehrenamt und in Fördereinrichtungen beindruckt mich sehr. Diese Menschen wirken in vielfältiger Weise öffentlich und im Stillen. Neben den herausragenden Sympathieträgern der Stadt wie z.B. dem Münsterbau-Verein, dem Augustinermuseum e.V., dem Barockorchester und dem Sportklub Freiburg, gibt es zahlreiche weniger prominente Organisationen, die Besonderes und Wertvolles fördern und unsere Aufmerksamkeit genauso verdienen. Genannt seien hier einige Institutionen und Personen.

Meine Empfehlungen

  • Literaturhaus FreiburgNach jahrelangem zivilgesellschaftlichem Engagement wurde das Literaturhaus Freiburg nun endlich Wirklichkeit. Es befindet sich in enger Nachbarschaft zum Uniseum und ist dabei, sich zu einem lebendigen Zentrum für Gegenwartsliteratur zu entwickeln.
  • Stiftung Junges Theater FreiburgSeit 33 Jahren unterstützen die TheaterFreunde Freiburg die Arbeit unseres ungemein engagierten Stadttheaters auf vielen Ebenen. Darin einbegriffen ist auch die Stiftung Junges Theater Freiburg, die mir besonders am Herzen liegt. Sie fördert Produktionen einer engagierten Schauspielertruppe und ein Stipendienprogramm für junge und kreative Performancekünstler im Bereich Kinder- und Jugendtheater.
  • Immunologie in FreiburgImmunologie, die Lehre von den Abwehrkräften im Körper, wurde 1880-90 begründet in den Laboratorien von Louis Pasteur (Paris) und Robert Koch (Berlin). Emil von Behring, Eli Metschnikoff und Paul Ehrlich erhielten die ersten Nobelpreise in dem Fach. Bis zum 1. Weltkrieg war die Immunologie in Deutschland eine weltweit führende Wissenschaft. In den Nachkriegsjahren versank sie mangels finanzieller Förderung und durch Vertreibung vieler jüdischer Immunologen durch die Nazis in die Bedeutungslosigkeit. Freiburg war nach dem 2. Weltkrieg die Wiege einer neu erblühenden immunologischen Wissenschaft in Deutschland. Einige Meilensteine dieses Aufschwunges seien erwähnt: 1963 Gründung des MPI für Immunbiologie (1. Direktor: Otto Westphal); 1984 die Verleihung des Nobelpreises an den Freiburger Georges Köhler für die Herstellung monoklonaler Antikörper; 1978 Besetzung eines Lehrstuhls für Tumorimmunologie (Direktorin: Sabine von Kleist); seit 1999 Lehrstuhl für Molekulare Medizin (Direktor: Christoph Peters); 2002 die Einrichtung des SFB620 Immundefizienz (Sprecher: Hans-Hartmut Peter, Hanspeter Pircher); 2008 Gründung eines nationalen Centrums für Chronische Immundefizienz (Direktoren: Stephan Ehl und Bodo Grimbacher); 2010 Gründung des Exzellenzcluster BIOSS (Sprecher: Michael Reth). Heute forschen 50 Arbeitsgruppen an verschiedensten immunologischen Themen in Freiburger Instituten. Auf dem jährlichen „Freiburg Immunology Meeting“, an dem inzwischen auch Straßburger Immunologen teilnehmen, präsentieren die Forscher ihre Ergebnisse.
  • Katholische Akademie FreiburgDiese Einrichtung hat in Freiburg eine lange Tradition der kritischen Auseinandersetzung mit Religion, Philosophie, Kunst und Politik und schafft es jedes Jahr wieder, ein spannendes Vortragsprogramm zu erstellen.
  • Mikixx e.V. – Verein zur Förderung begabter Migrantenkinder in der GrundschuleDer ehrenamtliche Förderverein fördert seit über 10 Jahren an vielen Freiburger Grundschulen Kinder mit Migrationshintergrund in Deutsch und Landeskunde, um ihre Chancen auf weiterbildenden Schulen zu erhöhen.
  • Museumsgesellschaft Freiburg e.V.Gegründet 1807 als bürgerliche Lesegesellschaft, ist die Museumsgesellschaft seit über 200 Jahren in guten wie in schlechten Zeiten (Zerstörung ihres stattlichen Hauses an der Kaiser-Joseph-Str. im November 1944) ein lebendiger Bestandteil des Bürgerlebens Freiburgs, derzeit unter der Leitung von Prof. Heiko Steuer.
  • Musikschule FreiburgDiese Einrichtung der musikalischen Erziehung von Kindern und Jugendlichen aus allen gesellschaftlichen Schichten Freiburgs (inklusive Migrantenkindern) pflegt enge Kooperationspartnerschaften mit vielen Freiburger Schulen, der Musikhochschule Freiburg und privaten Sponsoren und ist eine Oase des „guten Tuns“ im besten gesellschaftlichen Sinne.
  • Sparkasse Freiburg - Nördlicher BreisgauSie erwarb 1909 mit dem Haus zum Walfisch eines der schönsten Freiburger Patrizier-Häuser, das sie seitdem geschmackvoll pflegt und nutzt. Hier wohnte u.a. im 16. Jahrhundert einige Jahre Erasmus von Rotterdam, und mit der Meckelhalle beherbergt das Haus einen der eindrucksvollsten Freiburger Festsäle. Die Sparkasse Freiburg - Nördlicher Breisgau hat sich nicht nur um den Erhalt historischer Bauwerke in der Freiburger Altstadt verdient gemacht, sie ist auch mit ihren Direktoren Marcel Thimm und Markus Hildmann ein Hort der privaten Förderung vieler kultureller Aktivitäten, darunter die der Theaterfreunde e.V. und der Stiftung Junges Theater Freiburg.
  • Studium Generale der Albert-Ludwigs-Universität FreiburgBietet unter der Leitung von Prof. Werner Frick ein äußerst vielfältiges und hochkarätiges Vortragsprogramm, u.a. mit der Samstagsuniversität, der Goethe-Gesellschaft und dem Colloquium politicum.
  • Theater- und Opernreisen von Rudolf und Christel DenkDiese wunderbaren, weil exzellent vorbereiteten Theater- und Opernreisen von zwei ausgewiesenen Kennern der Europäischen Theaterlandschaft gehören zu den geheimen Tipps im Freiburger Kulturleben.
  • UniseumDieses eindrückliche Universitätsmuseum zur über 550-jährigen Geschichte der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sucht seinesgleichen in Deutschland und ist immer einen Besuch wert (Bertoldstr. 17).