Jette Martens

Schriftstellerin

»Schleswig-Holstein meerumschlungen«: So beginnt unsere Hymne hier im nördlichsten Bundesland. Als Kielerin bin ich in wenigen Minuten an der Ostsee, aber die Nordsee ist auch nicht weit entfernt. Ich mag die Menschen hier, die Bodenständigkeit und die fast stoische Zuversicht. Wenn es hier stürmt, bedeutetdas für uns fast immer nur »´n büschn Wind«. Viele Menschen finden, dass wir Norddeutsche wortkarg seien. In gewisser Weise stimmt das natürlich, aber wir reden eben nicht gern lange um den heißen Brei herum. Kurz: Mit uns kann man gut auskommen, wenn man Fünfe mal gerade sein lässt.

Meine Empfehlungen

  • Gestüt PankerPanker bei Malente - Das über 500 Jahre alte Herrschergut Panker liegt in der Nähe von Malente. In den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden des Herrenhauses bieten verschiedene Geschäfte Mode, Handwerkskunst und kulinarische Spezialitäten an. Das Gestüt Panker gefällt mir deshalb besonders, weil hier seit sechs Jahrzehnten Trakehner Pferde gezüchtet werden. Diese edle Rasse stammt ursprünglich aus Ostpreußen. Am Ende des zweiten Weltkriegs flüchteten die damaligen Züchter mit ihren Tieren nach Westen. Mit den überlebenden Vierbeinern wurde hier die Zucht neu begründet.
  • Gut LudwigsburgWaabs an der Ostsee – Das ehemalige Rittergut mit dem imposanten Herrenhaus, der Torhausanlage, dem gemütlichen Hofcafé und -laden sowie den Stallungen ist für mich ein ganz besonderer Herzensort. Sehenswert ist der Goldene Saal im Herrenhaus, in dem sich zudem der Gewölbekeller und die sogenannte Bunte Kammer aus dem 17. Jahrhundert befinden. Gutsherr Kurt-Jürgen Karl bietet kurzweilige Führungen an. Ein Schlossgespenst gibt es dort auch: Eine Besucherin aus Kopenhagen soll einen Herrn in historischen Gewändern und mit großem Hut sogar gesehen haben. Dieser habe sich als »Ludwig« vorgestellt und ihr mitgeteilt, dass er auf dem Gut schon sehr lange und gern lebe.
  • KiellinieKiel – Eine Empfehlung aus meiner Heimatstadt. Dort hat sich in den vergangenen Jahren die Hafenpromenade – die Kiellinie – zu einem Hotspot entwickelt. Hier kann man mit Blick auf die Kieler Förde vom Ostseekai bis zum Marinestützpunkt in der Wik flanieren, vorbei an Bootshäusern, Ruder- und Segelclubs, dem Seehundbecken des Aquariums im Geomar und dem Landeshaus. Bei gutem Wetter findet dort jeder ein Plätzchen, von wo aus er oder sie vorbeiziehende Passagierschiffe, Segelboote oder Ruderer beobachten kann. Wer Lust auf einen Snack verspürt, geht einfach zu den Food-Trucks, die dort ungefähr 100 Meter vom Sportboothafen stehen. Hier gibt es leckere Pommes, Fischbrötchen, aber auch handgemachtes Eis.
  • Künstlercafé HusumHusum – Martin und Katharina Bühler haben mit ihrem Café in der Altstadt von Husum einen Ort für Genießer kreiert, in dem der französische Landhausstil bis ins kleinste Detail zelebriert wird. Die frischen Blumensträuße auf den Tischen gefallen mir besonders gut, aber auch das Olivenbäumchen im Hinterhof. Bei gutem Wetter ist dort jeder Platz sehr schnell besetzt. Die Chefin backt die angebotenen Kuchen, Torten und Tartes nach eigenen Rezepten – und das täglich frisch: Altdeutscher Apfelkuchen, Partisanentorte, Schwedischer Blaubeerkuchen oder eine Mango-Kokos-Tarte, aber auch Herzhaftes wie Flammkuchen und ofenfrische Quiches. Darüber hinaus gibt es üppige Frühstücksvarianten mit außergewöhnlichen Zutaten wie zum Beispiel frisch gegrilltes Gemüse, Nordseekrabben und Wachteleier.
  • StrandHausDänisch-Nienhof – Wer einmal im Sommer von der Strand-Terrasse des Restaurants mit mediterran inspirierter Küche einen Sonnenuntergang erlebt hat, kommt immer wieder. Im StrandHaus befinden sich zudem zwei Ferienwohnungen, in denen das ganze Jahr über Meerblick geboten wird. Ausgedehnte Spaziergänge sind entlang der Wasserkante oder der Steilküste bis nach Stohl möglich, aber auch die nähere Umgebung der Gemeinde Schwedeneck ist wunderschön. Ein besonderes Highlight ist die Rapsblüte im Mai, wenn die Gegend im typischen Gelb-Grün-Blau erstrahlt.