Samantha Sankholkar

Bankerin

Ich liebe mein Wien. Ich bin hier geboren, lebe schon immer auf der Wieden und habe es nicht übers Herz gebracht diese Stadt zu verlassen. Auch nicht im letzten Jahr. Ich wollte weit weg laufen, eigentlich wie ich nur konnte. Und warum ich es nicht einmal aus diesem kleinen Bezirk geschafft habe, liegt an ganz besonderen Orten und Menschen, die mich mit so vielen wertvollen positiven Stunden umarmt haben, dass ich heute wieder dort bin, was man Optimismus nennt. Mein Wien eben!

Meine Empfehlungen

  • Atelier Heiss ArchitektenHat man einmal im Grand Ferdinand übernachtet, will man in Wien gar nicht mehr in einem anderen Hotel schlafen - es hat das allerflauschigste Bett der Stadt. Und wenn man als Bankerin im Restaurant IKI endlich ein Restaurant findet, wo man Mittags sowas von gut essen kann, merkt man, dass man mit Christian Heiss besonders beim Planen von Grundbedürfnissen immer richtig liegt.
  • BlumenkraftWenn man in Wien gerne in einer Wohnung einfach nur ist, will man nicht ohne Blumen sein. Das Blumenkraft ist allein durch diese atemberaubend großen Räume ein Blumengeschäft der ganz besonderen Art. Es befindet sich in der Schleifmühlgasse und liegt so schön auf dem Weg, wenn man Samstags seine Einkäufe erledigen möchte. Die Blumen bekommen durch die Vasen einen Rahmen. Das Bild, das entsteht, kann man ewiglich anschauen.
  • Code 1842Die Adresse allein: Am Karlsplatz 1 ist schon einzigartig! Hinzu kommt, dass es von einem der besten Klarinettisten der Wiener Philharmoniker betrieben wird. Die Stimmung ist von der ersten Minute einfach gut. Zu den Stoßzeiten, sprich nach Orchesterschluss, füllt sich das Lokal mit Musikern und Freitags um 21:00 Uhr kann man sich in einem Live Jazz Konzert verlieren. So etwas gibt es nur in Wien!
  • erhart bau projektmanagement gmbhIn Wien hat jeder vor Baumeistern Angst. Den Eindruck bekam ich von bauerfahrenen Freunden, die mir albtraumhafte Geschichten erzählten. Auf der Praterstraße im 2. Bezirk gibt es ein wunderbar erdiges Büro, das von Tirolern betrieben wird. Von Anfang an hat alles gepasst, und wenn der Baumeister dann noch mitfühlend und in einer unangenehmen Situationen uneigennützig für einen Partei ergreift, hat man Lust wieder eine Wohnung umzubauen. Diese Geschichte erzähle ich.
  • Gasthaus WolfSeit Dezember 2011 hat sich dieses Gasthaus in die Rienößlgasse Ecke Große Neugasse gemalt. Unglaublich, dass es schon so lange her ist. Bekannt ist es noch immer für die wunderbaren Innereien und die erlesenen Gäste - ich sage: für den optimistischsten Wirten der Stadt. Wenn man nach dem ersten Jahr Außenkontaktverlust als junge Mutter erkennt, dass das Babyphone die Frequenz bis zum Gasthaus Wolf hält, wird man zum Stammgast der ersten Stunde. Ich liebe das Gasthaus Wolf.
  • Ina FaschingDiese Vorarlbergerin hat es, Gott sei Dank, nach Wien geschafft. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie mal ganz wo anders auf der Welt sein wird. Aber vorerst hat sie mein Wien für sich ganz allein. Ina ist jung und macht wirklich gute Kunst, die mich in Ihrer Abstraktheit in eine Welt zieht, die ich genau jetzt brauche. Und dass sie bald ihr Diplom in der Daniel Richter Klasse abschließt, lässt auf Großes schließen.
  • Marie KreutzerEine der erfolgreichsten europäischen Regisseurinnen lebt und arbeitet in Wien. Das allein, ist schon eine Auszeichnung für diese Stadt, und dann wird sie Anfang des Jahres noch für den Berlinale Filmpreis nominiert! Wahnsinn! Ich war emotional so berührt von den beiden Filmen "Was hat uns bloß so ruiniert", der seinen Ursprung sogar im 4. Bezirk hat und "Der Boden unter den Füßen" - wie so oft ertappt man sich und vergleicht die eigene Welt mit der verfilmten. Und wenn der Film einem dann noch vorkommt wie ein Gedicht, das man schon auswendig kennt, berührt er. So auch mich.
  • Martin ReiterIn Wien lebt einer der feinsinnigsten Szenenbildner des Landes. Er gewann dieses Jahr den österreichischen Filmpreis für das Beste Szenenbild für den Film Angelo. Dieser Mensch konnte mit seiner Frau in einer klitzekleinen Wohnung das sehen, was man selbst in der Verzweiflung nicht gut sehen kann. Die Wohnung bekam so die schönste Küche Wiens gebaut, und dafür kann man nur sehr dankbar sein.
  • Planquadrat Gartenhofverein„Treff’ ma uns im Plani?" Wenn man Mutter von zwei Kleinkindern im 4. Bezirk ist, fällt diese Frage sehr oft! Ich kenne das Plani schon seit meiner Kindheit, diesen losen Zusammenschluss mehrerer Innenhöfe. Der Gemeinschaftsgedanke steht hier an erster Stelle - jeder Besucher leistet einen Beitrag in der Erhaltung des Plani. Das fängt damit an, Essensreste nicht achtlos zu Boden fallen zu lassen, mitgebrachte Spielgeräte versuchen zu teilen, auf den anderen Rücksicht zu nehmen und es dem eigenen Kind ebenso beizubringen. Es sind viele Freundschaften im Plani entstanden. So ein Ort spürt das und das ist schön! 
  • SchönbergersIch nenn' es einfach wirklich liebevoll das Naber. Auf der Wiedner Hauptstraße liegt also das Espresso im wunderschönen Wiener Stil der 50er Jahre und macht von Montag bis Freitag um 8:00 Uhr die Augen auf. Wenn ich die erste bin, erlebe ich, wie es erwacht. Immer bekommt man zu diesem exzellenten Kaffee, der einem die Sinne raubt, diese wunderbaren Kakaomandeln, die mir frühmorgendlich die Laune versüßen.
  • Sektcomptoir SzigetiIn Wien gibt es diese eine Sektbar in der Schleifmühlgasse, die schon so oft gute Gespräche begleitet hat. Wenn man Glück hat, ist der Theaterwissenschaftler an der Bar, der einem jeden Wunsch von den Augen abliest. Und wenn man es im Vorweihnachtsstress nicht vergisst, kann man die besten Austern der Stadt schlag-mich-tot von Donnerstag bis Samstag vor dem Comptoir auf der eiskalten Schleifmühlgasse genießen.