Stiftung Buchkunst stellt vor

Stiftung Buchkunst stellt vor

»Die Schönsten Deutschen Bücher 2020« | April 2021


Zu Zeiten von COVID 19 müssen viele kleine angehende Entdecker leider zu Hause bleiben, anstatt sich im Zoo oder der heimischen Natur mit der Tierwelt vertraut zu machen. Da kann Rae Mariz’ Buch „Die wundersamen Zwölf“ Abhilfe schaffen: Durch liebevolle, handschriftliche Beschreibungen, charmante Illustrationen und lebendig erzählte Geschichten werden hier zwölf besonders interessante Tierarten vorgestellt, die dem jungen Tierfreund oft noch unbekannt sein werden. Auch nicht mehr ganz so junge Leser werden an diesem Werk ihre Freude haben. Die Darstellung und der Stil allein machen dieses kleine Büchlein zu einem wahren Kleinod, das nicht nur pädagogisch, sondern auch künstlerisch wertvoll ist.

Rae Mariz
Die wundersamen Zwölf
Kuriose Säugetiere, die tatsächlich existieren
Reisedepeschen Verlag, Berlin
Gestaltung: Moki
Herstellung: Johannes Klaus/ Reisedepeschen Verlag, Berlin
Illustration: Moki

Seine Magie erhält das geheimnisvolle Titelbild aus der Verbindung von Illustrationskunst und Druckkunst: In zentrierter Bildkomposition lugen die Kulleraugen eines stoppelhaarigen Tierchens aus dunklem Regenwalddickicht hervor – bei gleichzeitiger Wiedergabe sämtlicher Details der minutiösen Zeichnung durch sorgfältige Digitalisierung und brillantem Druck in feinstem Raster. Die Titelzeilen wurden in ebenmäßiger Schreibschrift von ruhiger Hand aufgetragen, negativ weiß, an Tafelkreide erinnernd – ebenso auf der Einbandrückseite, die auf semitransparentem Schild, ins Blattwerk gesteckt, einen Kurztext trägt.

Saftiggrünes Vorsatzpapier vermittelt zum Inhalt. Zwölf fadengeheftete Doppelseiten aus mattem, kartonstarken Papier stellen die eigenartigsten Säugetiere vor. Die rechten Seiten zeigen – wie mit einem Teleobjektiv ins jeweilige Biotop fokussiert – eine Gesamtdarstellung in dieser bezaubernden, naturalistischen Zeichentechnik, die uns schon auf dem Einband eingenommen hat. Abgerundete Bildecken suggerieren die Entdeckerperspektive. Die zugehörigen linken Seiten berichten von der Tierbeobachtung – wie gut dazu die besagte Schreibschrift passt! Hier wird eine Schwarzweißzeichnung in den Aufsatz eingeklinkt, die das Tier in einer anderen Position, bei einer typischen Aktivität oder in einem Detail zeigt.

Diese klare, sparsame Text-Bild-Konzeption – Schwarzweißseiten und Farbseiten, viel Weißraum und Schattierungsreichtum der kompakten Bilder, Schreibschrift und Papierhaptik – führen zu spannenden Kontrasten.


Fotos: © CHOREO, choreo.info


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