Stiftung Buchkunst stellt vor

Stiftung Buchkunst stellt vor

»Die Schönsten Deutschen Bücher 2020« | Januar 2021

Nach wahlweise einer Überdosis an kitschigem Getöse oder einem Haufen Zeterei, rund um die Festtage, sehnt sich der Freund von schönen Büchern und der Schönheit unserer Sprache, vielleicht nach etwas Abwechslung. Ein Meer an Verbalalternativen bietet die „Wunderkammer der Deutschen Sprache“. Man reist von Anti-Sprichwörter bis zu so genannten Zungensünden, und das auf eine extrem abwechslungsreiche Weise. Bühnendeutsch oder Bundeswehrdeutsch? Ehrentitel oder Einfache Sprache? Wollen Sie Entenarten, Friseursalontitel, Teekesselchen, Umstandswörtchen oder Worte des Jahres erkunden? Oder einfach die Kunst der schwäbischen Schimpfwörter erlernen? Hier sind Sie richtig.


Thomas Böhm und Carsten Pfeiffer (Hrsg.)
Die Wunderkammer der Deutschen Sprache
Gefüllt mit Wortschöpfungen, Kuriositäten, Alltagspoesie und Episoden der Sprachgeschichte 

Verlag Das Kulturelle Gedächtnis, Berlin 

Gestaltung: 2xGoldstein / Andrew Goldstein, Jeffrey Goldstein, Erik Schöfer

Den Quartband, der ohne Inhaltsverzeichnis auskommt, lässt man getrost selbst entscheiden, an welcher Stelle man eintaucht, denn er öffnet sich, dank seines guten Aufschlagverhaltens, wie von selbst. Dem Leser sprudelt eine vielgestaltige Typografie entgegen. Ihr Werkzeug ist eine klassizistische Antiqua, in Zeiten der Aufklärung die aufrechteste Schriftart, die die Schwarze Kunst zu bieten hatte. Das flammende Engagement drückt sich in intensivem Gebrauch der Schmuckfarbe aus, einem Orangerot, im angenehmen Kontrast zur Grundfarbe, einem bläulichen Anthrazit. Die Überschriften erscheinen in gehörig gesperrten Versalien, oft auf Mittelachse gestellt, ansonsten sich aller zur Verfügung stehenden Satzarten bedienend, zweifarbig sowieso.

Ohne Umschweife passen sich Schriftgrade und Schriftfette den semantischen Gegebenheiten an, denn die differenzierten Textsorten geben den Typografen viel zu tun: Aufsätze, Aufzählungen, Tabellen, Listen, Diagramme, Rubriken – alles will ins rechte Verhältnis gesetzt werden. Der ein-, meist zwei- und wenn es sein muss, auch dreispaltige Satzspiegel verwandelt die Doppelseiten zu Unikaten.

Wer würde in diesem Wimmelbuch der Sprachgeschichte nicht fündig?


Fotos: © CHOREO, choreo.info


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