Stiftung Buchkunst stellt vor

Stiftung Buchkunst stellt vor

»Die Schönsten Deutschen Bücher« 2018 | August

Ein Buch, das eben nicht die schönen Villen oder prestigeträchtigen Projekte wie Museen in den Mittelpunkt stellt, sondern das Phänomen des genossenschaftlichen Bauens in der Schweiz, insbesondere in Zürich.
In den letzten 15 Jahren veränderten sich solche Genossenschaftsprojekte deutlich. Dank Unterstützung durch Steuergelder und mit innovationsfördernden Wettbewerben entwickelten sich in Zürich Wohnformen, die einen großen Einfluss auf die Stadt und das urbane Leben haben. Diese Bauten können als vorbildhafte Modelle dienen, wie das weltweit stetig steigende Bedürfnis nach städtischem Wohnraum zu befriedigen ist.


Dominique Boudet, Sylvia Claus, Irina Davidovici u.a.

Herausgegeben von Dominique Boudet

Wohngenossenschaften in Zürich
Gartenstädte und neue Nachbarschaften

Park Books AG, Zürich (CH)
Mit 394 farbigen und 281 s/w Abbildungen und Plänen, Fotografien von verschiedenen Fotografen; Grundrisse und Aufrisse von den beteiligten Architekturbüros

Gerüst zur freien Entfaltung
Sparsam wirkt der Umschlag: Viel mattes papierweiß, plakativ große Titelzeilen in moderner Serifentype, angeschnittene Grundrisse von Mehrfamilienwohnhäusern. In den Klappen setzen sich die Grundrisse fort und verleiten – weil er als amerikanischer Schutzumschlag auch oben und unten eingeschlagen ist – dazu, das Ganze vom Buch abzunehmen und auf die achtfache Größe des ohnehin stattlichen Buchformates aufzufalten. Das Architekturbuch präsentiert zahlreiche Mehrfamilienwohnhäuser in Zürich, als genossenschaftliche Projekte nach 2000 gebaut und bis in die nächsten Jahre geplant. Im Buch erinnert kaum etwas an die Baumassen aus den sechziger oder siebziger Jahren. Die Bauten erscheinen so attraktiv wie ihre Präsentation im Buch (was vielleicht dasselbe ist). Auf dem rauen offenen Papier dient ein sechsspaltiger Satzspiegel als Gerüst zur freien Entfaltung der Texte, den perfekt reproduzierten Bildern und lesbaren Plänen. Auch wenn so viel unbedruckter Weißraum auf den Doppelseiten verbleibt, ist er nicht ohne Funktion. Selten so gut wie in diesem Buch erklärt er sich wie von selbst, wenn man die Grundrisse der Projekte betrachtet: Über die Qualität der Teile entscheiden nicht bloß die Dinge selbst (Mauern, Häuser, Textspalten, Fotos), sondern deren Beziehungen untereinander (Raumgefüge, Proportion, Umgebung, Nachbarschaft). Abwechslungsreichtum, Großzügigkeit, Funktionalität, Ästhetik – die Buchgestalterin bringt hier alles zur Geltung

 

Fotos: © Anne-Sophie Stolz


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