Stiftung Buchkunst stellt vor

Stiftung Buchkunst stellt vor

Stiftung Buchkunst stellt vor | November

»Die schönsten deutschen Bücher« 2017

Der November ist da, höchste Zeit, an Weihnachtsgeschenke zu denken. Das Buch „Ganz weit weg“ verspricht doppelten Lesespaß für die Kleinen, denn es kann von hinten nach vorne und von vorne nach hinten gelesen werden – 2 Abenteuer in einem, fantastisch illustriert von Frank Viva.

Frank Viva
Ganz weit weg
Eine Geschichte in zwei Richtungen

Diogenes Verlag, Zürich
Mit Illustrationen von Frank Viva

Das vergnügt-verträumte Wesen von einem fernen Planeten unternimmt eine extreme Reise: Aus dem All zur Erde bis zum tiefsten Meeresboden – oder umgekehrt, denn das Buch wechselt die Richtung. Durch den hohen Abstraktionsgrad der flächigen Bilder würden Erdlinge das eigentümliche Wesen vielleicht als Hybrid aus Qualle und Lampion beschreiben. Die Farben der scherenschnittartigen Formen sind auf pastelliges Blau, Rot und Gelb reduziert, sowie Schwarz und ein buntes Gelb. Dieses Gelb zeichnet die Spur dessen Reise – wie durch eine Nabelschnur in ständiger Verbindung mit Startpunkt und Ziel gleichermaßen.

Es ist gewiss nicht das erste, das als Buch mit zwei Anfängen ohne Vorn und Hinten konzipiert ist. Meistens stülpt man es um, und beide Geschichten treffen sich in der Buchmitte.

Hier aber dreht man das Buch um 90 Grad und blättert – egal, welchen der beiden Deckel man zuerst aufschlägt – komplett durch bis zum Ende, der auch ein Anfang ist, blättert wieder zurück, was aber nun ein neues Vorwärtsblättern ist – und will am Ziel eigentlich sofort wieder los. Es sind dieselben Bilder, dieselben Texte, dieselben Buchseiten, die zwei Abenteuer zugleich verkörpern.

Sprache und Büchern sind die Fähigkeit zu eigen, den Wust von Phänomenen, Ereignissen und Gedanken analytisch wie synthetisch zu bearbeiten, also in ein geordnetes Nacheinander zu zerteilen, ja, dadurch überhaupt erst mitteilbar zu machen. Dass das Gelesene oder Gesehene dann nicht einfach nur hinter einem liegt, sondern als innere Erfahrung auf unerwartete Weise vorliegt, genau das führt dieses Buch auf zauberhafte Weise vor Augen.

Eine Jo-Jo-Geschichte, ein Jo-Jo-Buch.


Die schönsten deutschen Bücher 2017 // Vorbildlich in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung // Prämiert von einer unabhängigen Jury

Der Wettbewerb »Die schönsten deutschen Bücher« geht zurück auf das Jahr 1929 und ist damit einer der ersten Wettbewerbe der Branche. Ins Leben gerufen vor dem Hintergrund der Industrialisierung der Buchproduktion und mit dem Ziel, Buchgestaltung und -herstellung zu fördern, kommt dem Wettbewerb im Zeitalter der Digitalisierung eine neue Bedeutung zu. Nicht wenige Branchenteilnehmer sehen die Zukunft des gedruckten Buches inzwischen an dessen stofflich-sinnliche Qualität gebunden.

Aus 727 Einreichungen wählten zwei Fachjurys in tagelanger Detailsicht die 25 Schönsten aus. Die Jurys rotieren. Die Erste Jury setzt sich aus sieben Experten zusammen, die Zweite Jury aus sieben Gestaltungs- und Herstellungs-Profis. Die prämierten Bücher zeigen eine große Bandbreite gestalterischer und herstellerischer Möglichkeiten, jedoch berücksichtigt die Auswahl auch das leisere, solide gemachte Lesebuch.

Bücher, die Zeichen setzen und wichtige Trends und Strömungen des Buchmarkts aufzeigen. Die Stiftung Buchkunst stellt hier einige dieser ausgezeichneten Bücher vor. 

Fotos: © Christopher Puttins, Frankfurt am Main


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