Stiftung Buchkunst stellt vor

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»Die Schönsten Deutschen Bücher 2019« | Mai 2020


Was macht das Leben in einer Stadt nachhaltig? Und vor allem, was macht das Leben in einer Stadt besonders lebenswert? Wieso gilt beispielsweise Kopenhagen als einer der Vorreiter in diesem Feld?

Anhand von über 400 Karten, Infografiken und Illustrationen versucht das Buch „Atlas of the Copenhagens“ auf eine visuell extrem attraktive Weise, möglichst viele Information zu diesem Phänomen offen und die verschiedenen Konzepte der Stadtplaner darzulegen.

Deane Simpson, Kathrin Susanna Gimmel, Anders Lonka, Marc Jay, Joost Grootens (Hg.)
Atlas of the Copenhagens
Ruby Press, Berlin 2018
Gestaltung: SJG; Joost Grootens; Dimitri Jeannottat, Amsterdam
Reproduktion: Marjeta Morinc


Vielen ist bekannt: Kopenhagen gilt als eine der nachhaltigsten, lebenswertesten und fahrradfreundlichsten Städte weltweit. Angereichert mit kritischen Aufsätzen und Zitaten geht dieser Band auf die Suche nach den Grundlagen für das immer wieder positive Ranking. Dabei stellt er fest, dass die abgefragten Parameter zu eng gezogen werden und es darauf ankommt, wie man die Grenzen von Stadt definiert – daher der Plural im Buchtitel.

Ein vierfarbiger, frequenzmoduliert gerasterter Druck, bei dem zwei der Standardfarben gegen Tintenblau und Neonrot getauscht wurden, verantwortet das betörende Kolorit des ganzen Buches. Diese beiden werden zu Leitfarben, und überdies verleihen sie den Fotoseiten einen ganz eigentümlichen Reiz.

Weitere buchgestalterische Befunde zu dieser urbanistischen Grundlagenforschung: Asymmetrischer Satzspiegel mit extra großen Einzügen und breiter Marginalspalte. Starke Schriftgrößenunterschiede: in sehr großer, tintenblauer Schrift die Statements, in Minischrift zwei Sorten von Anmerkungen. Filigrane isometrische Vogelperspektiven diverser städtischer Areale auf Doppelseiten. Hochkomplexe, glasklare Grafiken und Karten aus einfachen, systematischen Mitteln, Punkten, Kreisen, Quadraten, Linien.
Selbst der offene, lediglich abgeleimte Buchrücken wird als typografisches Medium aufgefasst: Hier zeigen die Lagenrücken anstelle der Flattermarken den vollständigen Titel mit Herausgebern und Untertiteln – in neonroter Mikroschrift. Kurzum: Die Informationsdichte in jeder Datenvisualisierung verhält sich umgekehrt proportional zu ihrem Minimalismus.


Fotos: © SCHMOTT, www.schmott.co


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