Stefanie Schlögl

Gründerin Goodball

Vor gut 20 Jahren bin ich gemeinsam mit einigen Freunden nach Wien gezogen. Wir haben uns damals nach 18 Jahren oberösterreichischer Kleinstadt sehr über die vielen neuen Möglichkeiten in Wien gefreut. Und obwohl es mich zwischendurch stark in noch größere Städte wie etwa nach Berlin gezogen hat, bin ich schließlich hier geblieben. Denn Wien hat als europäische Großstadt sehr viel richtig gemacht. Die Stadt bietet ihren Bewohnerinnen und Bewohnern sehr viel, wie etwa die günstigen öffentlichen Verkehrsmittel, die vielen öffentlichen Büchereien oder auch die kostenlosen Kinderbetreuungseinrichtigungen zeigen. Dazu kommt ein vielfältiges soziales und kulturelles Angebot, zu dem ich nach einigen Jahren des  Wirtschaftsstudiums und Arbeitens in Wien auch selbst etwas beitragen wollte. Gemeinsam mit der Musikerin Mary Broadcast, einer Freundin aus alten Schultagen, habe ich im Jahr 2009 den Verein Goodball gegründet. Es begann mit einem Benefiz-Fußballturnier und Konzerten am Wiener Sportclub-Platz in Hernals. Es folgten Kinoabende, Fußballturniere für Frauen und Mädchen sowie größere Clubveranstaltungen, und wir konnten in den letzten 10 Jahren durch unsere Aktivitäten über 80.000 EUR an verschiedene soziale Projekte in Wien spenden. Das Sympathische an Wien ist, dass die Stadt trotz ihres für sie typischen „Grundgrants“ auch eine sehr solidarische Stadt ist. Es war wohl auch diese Mischung, die mich nachhaltig davon überzeugt hat, hier zu bleiben.

Meine Empfehlungen

  • anzüglichWiener Modelabel aus dem 6. Bezirk, dessen Kollektionen unter fairen Arbeitsbedingungen in einer eigenen Werkstatt in Peru u.a. von gehörlosen Frauen produziert werden.
  • AugustinÖsterreichs erste echte Boulevard-Zeitung mit Redaktion im 5. Bezirk wird von in Not geratenen Menschen verkauft. Kaufen lohnt sich in jeder Hinsicht.
  • Books4Life WienBooks4Life ist Wiens erster karitativer Buchladen im 8. Bezirk. Das Konzept ist einfach: die Bücherspenden werden verkauft, 90% des Reinerlöses geht an armutsbekämpfende Organisationen in Wien.
  • BrunnenpassageIn der Brunnenpassage am Yppenplatz im 16. Bezirk  können Menschen unterschiedlicher Herkunft an Tanzkursen, Theater- und Kunstprojekten mitwirken. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos.
  • Carla WienAuf 4.000 m2 finden sich im 5. Bezirk Second-Hand-Einrichtungsgegenstände, Antiquitäten und Haushaltswaren zum Verkauf. Betrieben von Menschen, die sich auf einen beruflichen Wiedereinstieg vorbereiten.
  • FilmcasinoWiens schönstes Programmkino befindet sich in der Margaretenstraße im 5. Bezirk. In stilechter 50er-Jahre Architektur wird ein innovatives und vielfältiges Programm geboten.
  • FreundInnen der FriedhofstribüneWer sich für typisch englische Fußballfankultur interessiert, ist bei den FreundInnen der Friedhofstribüne gut aufgehoben. Anti-Rassismus und Solidarität mit den Schwächeren wird groß, der Fußball selbst manchmal eher klein geschrieben.
  • Habibi & HawaraDas Habibi & Hawara im 1. Bezirk ist nicht nur ein hervorragendes orientalisches Restaurant, sondern auch ein Ausbildungs- und Integrationsprogramm für Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund.
  • Kicken ohne Grenzen»Kicken ohne Grenzen« ist ein offenes Fußballprojekt für Jugendliche mit Fluchterfahrung, das in weiterer Folge Bildungsangebote für einen Einstieg ins Schulsystem oder Berufsleben anbietet. Die regelmäßigen Trainings finden an verschiedenen Standorten in Wien statt.
  • NeunerhausDas neunerhaus im 5. Bezirk bietet obdachlosen Menschen Unterbringung, Gesundheitsleistungen und Beratung an. Im Café ist es für alle Besucher*innen möglich, ein gutes Mittagsmenü zu essen oder sich auch niederschwellig beraten zu lassen.
  • This human world – FilmfestivalDas Internationale Filmfestival für Menschrenrechte "this human world" bringt jährlich im Dezember rund 100 sehr gute Filme zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen in Wiener Kinos.