Weltkulturen Museum

Weltkulturen Museum

„GREY IS THE NEW PINK – Momentaufnahmen des Alterns“
26. Oktober 2018 – 1. September 2019

Wer ist wo wann alt? Kann man der „Herausforderung Alter“ optimistisch begegnen? Und welche versteckten Potenziale schlummern im Älterwerden?

Die weltweite demografische Entwicklung prognostiziert eine Zunahme an älteren Menschen in der Bevölkerung. Das Älterwerden spielt also nicht nur für den Einzelnen eine wichtige Rolle, sondern hat Auswirkungen auf gesellschaftliche und kulturelle Prozesse. Doch jede Generation altert anders. Und ab wann kann man überhaupt von „alt“ sprechen? Auch wenn es weltweit einheitliche biologisch sichtbare Alterungsprozesse gibt, so weist doch jede Kultur in der Bestimmung von „Alter“ ihre Unterschiede auf. Eine allgemeingültige Definition der Lebensphase „Alter“ gibt es nicht. Wer ist also wo wann alt?

„Grey is the new pink“ betrachtet die unterschiedlichen Ideen und Entwürfe zum Thema Alter(n) aus kulturwissenschaftlichen, künstlerischen sowie persönlichen und individuellen Perspektiven. Wie Bruchstücke einer Lebenserinnerung fügt die Ausstellung den individuellen Umgang mit Themen wie Lifestyle, Liebe und Sexualität, Weitergabe von Wissen, Langlebigkeit, Krankheit, Gesundheit und Tod zu einer Anthologie des Alterns zusammen.

In der Ausstellung nähern sich internationale Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Lyriker, aber auch jüngere und ältere Menschen aus der Bevölkerung dem Thema Alter(n) in Fotografien, Filmen, Literatur, Zeichnungen sowie Raum- und Multimedia-Installationen und Performances an. Zahlreiche Fotografien und Objekte aus den Sammlungen Afrika, Amerikas, Südostasien, Ozeanien und Visuelle Anthropologie sowie Werke der Bibliothek des Weltkulturen Museums erweitern die Perspektiven auf die Thematik.

„Gesammelt. Gekauft. Geraubt? Fallbeispiele aus kolonialem und nationalsozialistischem Kontext“
16. August 2018 – 27. Januar 2019

Wie kamen Anfang des 20. Jahrhunderts Ahnenfiguren von der Insel Nias vor Sumatra auf den europäischen Kunstmarkt? Weshalb konnte das Museum Anfang der 1940er Jahre in Paris und Amsterdam ‚günstige‘ Ankäufe machen? Handelt es sich bei einem Waffengurt aus Südafrika um Kriegsbeute?

Das sind nur einige Fragen, die bei der Auseinandersetzung mit der Sammlung des Weltkulturen Museums aufkommen. Bei vielen Objekten ist der Weg ins Museum unklar und der Erwerbskontext kaum dokumentiert. In der Ausstellung „Gesammelt. Gekauft. Geraubt?“ werden diese Fragen anhand von ausgewählten Fallbeispielen aus kolonialem und nationalsozialistischem Kontext beleuchtet.

Die in der Ausstellung gezeigten Objektgeschichten machen deutlich, wie wichtig eine langfristige Auseinandersetzung mit der eigenen Sammlungsgeschichte ist. Gleichzeitig wird klar, dass man bei der Aufarbeitung der Erwerbsgeschichten bzw. ihrer Provenienzen oft an Grenzen stößt und dabei weitere Fragen entstehen.

Über das Weltkulturen Museum

Vielfalt der Kulturen
Durch seine zentrale Lage innerhalb Europas entwickelte sich die Stadt Frankfurt schon früh zu einer Drehachse des internationalen Handels und wurde damit gleichzeitig zu einer Metropole, die kulturell kaum vielfältiger sein könnte. Das Weltkulturen Museum trägt dieser Tatsache mit seiner Sammlung Rechnung und wird spätestens mit seinem Erweiterungsbau zu einem zentralem Ort für interkulturellen Austausch und Verständnis werden.

Faszination Sammlung
Das Weltkulturen Museum in Frankfurt verfügt über eine einzigartigartige Sammlung von über 67.000 Objekten aus allen Kontinenten, ein Bildarchiv mit 100.000 ethnografischen Fotografien und Filmen und eine Bibliothek mit 50.000 internationalen Büchern und Zeitschriften. Die historischen Sammlungsgegenstände erzählen jedoch nicht nur spannende Geschichten aus der Vergangenheit, sondern sind darüber hinaus eine wertvolle Quelle für heutige Wissensproduktion. Mit ihrer Ästhetik und Funktionalität können sie nicht zu letzt inspirierende Denkanstöße für zukünftige Produktdesigns liefern.

Bildung als zentrales Anliegen
Experimentieren und Bildungsarbeit sind im Weltkulturen Museum aufs Engste miteinander verbunden. Das facettenreiche Bildungsangebot und verschiedene öffentliche Veranstaltungsreihen richten sich an Menschen aller Altersklassen und fördern interkulturelle Denkansätze auf aktuelle Weise. Auch ganz junge Besucher können mit dem Weltkulturen Forscherclub auf Entdeckungsreise gehen und die Sammlungen des Museums aber auch die kulturelle Vielfalt ihrer Stadt erkunden.

Ethnologische Erkenntnis und avancierte künstlerische Praxis
Das Alleinstellungsmerkmal des Weltkulturen Museums ist die fruchtbare Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und avancierter künstlerischer Praxis. Die Kustoden des Museums arbeiten eng mit eingeladenen Gastkünstlern zusammen und tauschen inhaltliche und konzeptionelle Ideen aus. Mit ethnologischem Fachwissen und einem hohen Maß an visueller Sensibilität entstehen so zukunftsweisende Neubewertungen der historischen Artefakte. Das Sammeln von außereuropäischer Gegenwartskunst ist bereits seit den 1980er Jahren ein zentrales Anliegen des Weltkulturen Museums, das heute über eine beachtliche Anzahl internationaler Kunstwerke verfügt.

Internationale Sichtbarkeit
Im Labor des Weltkulturen Museums erforschen international renommierte Künstler, Schriftsteller, Filmemacher und Wissenschaftler ausgewählte Objekte aus der Sammlung und knüpfen mit ihrer Arbeit institutionelle Verbindungen weltweit. Durch seine interdisziplinäre Ausrichtung und zahlreiche Kooperationen mit Museen, Universitäten, Kunsthochschulen und anderen kulturellen Einrichtungen erweitert das Weltkulturen Museum nicht nur seine potenzielle Zuschauerschaft innerhalb Frankfurts, sondern steigert seine Attraktivität auch für ein internationales Publikum, Messebesucher und Touristen.

Standort Museumsufer
Eingebettet in das Frankfurter Museumsufer, liegt das Weltkulturen Museum in unmittelbarer Nachbarschaft zum Museum für Angewandte Kunst, dem Deutschen Architekturmuseum und dem Deutschen Filmmuseum. Der interdisziplinäre Ansatz des Weltkulturen Museums findet so auch über das eigene Programm hinaus eine gelungene Fortsetzung. Die institutionelle Nachbarschaft erlaubt dem Besucher eine noch intensivere Auseinandersetzung mit den im Weltkulturen Museum behandelten Themen und Fragestellungen und fördert die Idee des Museumsbesuchs als individuelle Forschungsexpedition.


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